Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 234)
- Language
- German
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184 mk Zenadorus, der seine Landsleute, die Gadarener aufhetzte, vor dem Kaiser Klage über Herodes zu führen, erst im Jahre 17 seiner Regierungszeit, wie es dort bei Josephus heisst1). Trotzdem sagt dort Josephus, dass die Gadarener nur daher gewagt hätten, in einer solchen Weise gegen Herodes aufzutreten, 91g£ii sie wussten, dass Herodes gegen die Seidigen (Juden) hei Verfehlungen mit unerbittlicher Strenge eioschritt, dagegen leicht geneigt war, die Übeltaten von Fremden grossmütig zu verzeihen. Aber diese Fremden waren doch ebenfalls seine Untertanen, über die er genau das gleiche Herrscherrecht hatte, wie über die Juden. Die Gadarener befanden sieh unter jüdischer Herrschaft sogar sehen seit Alexander Janai. Der grosse Unterschied zwischen ihnen und den Juden bestand dien nur darin, dass die einen, die Gadarener, rohe, gewalttätige Fremdvölker waren, welche Herodes streichelte und bevorzugte, dagegen aber die anderen, Söhne Judäas und Israels waren, welche Herodes mit allen Mitteln zu bekämpfen und in ihrer Existenz zu bedrohen suchte. Einzig und allein dieser Sachverhalt veranlasst Josephus zu den Äusserungen. ״Denn Herodes, der gegen die Seinigen (Juden) bei Verfehlangen mit unerbittlicher Strenge einschritt, war leieht geneigt, die Übeltaten von Fremde» grossmütig zu verzeihen.“ Diese Worte beziehen sich nicht auf den einzelnen Fall, sondern auf Herodes Verhalten im allgemeinen. Sie kennzeichnen das von ihm befolgte System und sein oberstes Prinzip, das er sieh ha all seinen Regierungshandlungen zur Richtschnur nahm. Genau das gleiche meint auch Josephus Alt. XVI, 5, 4, wo er Herodes entschuldigt und sagt: ״Deshalb war er gegen seine Untertanen (Juden) grausam, denn was er den einen (Heiden) mit vollen Händen zuteilte musste er von den anderen (Juden) wieder erpressen.“ Ein Kommentar za diesen Worten ist überflüssig; sie sprechen eindringlich genug. Herodes ging aber noch weiter. Denn auch Jerusalem, als seine Residenz, war ein Umstand, der sich mit den von ihm י) S. auch Schürer B. II S. 124,