Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 233)
- Language
- German
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183 äuszügestalten, ganz wie Josephus auch in der schon angeführten Stelle XIX. 7, 8 berichtet. ״Herodes gestand offen, dass er grössere Vorliebe für die Griechen, wie für die Jaden hege. Und während er fremde Städte mit verschwenderischer Pracht aiisstattete, in der einen Bäder and Theater, in der anderen Tempel und Säulenhallen einrichtete, bedachte er keine einzige jüdische Stadt auch nur mit dem geringsten Schmuck oder einem nennenswerten Geschenk (für kommunale Zwecke).“ Dieser kurze, von Josephus hier wiedergegebene Bericht, dass Herodes bei all seiner grenzenlosen Verschwendung für die heidnischen Städte, auf die wir noch näher eingehen, gar keine Neigung zeigte, zur Erhaltung der öffentlichen Institutionen in den jüdischen Städten beizutragen, und dass er sich trotz der furchtbaren Steuerlast, die er den Juden auferlegt hatte, um seine fabelhaften Ausgaben für die heidnischen Städte aufzuhringen, an den Kosten zur Erhaltung der allgemeinen Staatseinricbtnngen in den jüdischen Städten nicht beteiligen wollte. Diese Worte allein genügen, um uns ein klares Bild von Herodes Regierung zu geben und uns in der eindringlichsten Weise vor Augen zu führen, dass Herodes nicht ein König Israels, sondern ganz ein König der Heiden war, und dass die im Lande ansässigen Juden nur dazu da waren, um im Interesse all jener heidnischen Völker ausgebeutet uud ausgesogen zu werden. In den Alt. XV, 10, 8, wo sieb Josephus über Herodes Verhältnis zu Juden und Heiden ohne lange Zwischenreden und ohne dichterisches und rhetorisches Beiwerk auslässt, sagt er kurz ״denn Herodes, der gegen die Seinigen (Joden) bei Verfehlungen mit unerbittlicher Strenge einsebritt, war leicht geneigt, die Übeltaten von Fremden grossmütig zu verzeihen“ .... Diese bezeichnenden Worte schreibt dort Josephus inbezug auf die Einwohner der Stadt Gadara, welche vor dem Kaiser Klage über Herodes geführt hatten. In seiner Eilfertigkeit vergass es aber Josephus näher anzugeben, welcher Unterschied eigentlich zwischen den Juden und den anderen Völkern bestand, die genau wie die Jaden Herodes Herrsebaft anvertraut waren. Denn auch die Stadt Gadava gehörte zur Herodes Domäne. Der Kaiser schenkte sie ihm bereits im Jahre 30 vor, (Altert. XV, 7, 3, jüdischer Krieg 1, 20, 8) mithin am Anfang seiner Regierungszeit. Dagegen ereignete sich der Vorgang