Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 231)
- Language
- German
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181 fälligen, flüchtigen Laune, die in ihm den Wunsch rege machte, mal hier, mal dort etwas Ehre einzuheimsen. Sondern vollbewusste und wohlbedachte Taten, die alle auf ein und dasselbe Ziel lossteuerten. Sie verdanken sämtlich ihre Initiative ein und derselben unverrückbaren Staatsmaxime, die schon gleich bei seiner Thronbesteigung festgelegt war, deren Durchfiihrung er mit allen Mitteln anstrebte und die die treibende Kraft in all seinen Regierungshandlungen bildete. Im Lande Israel nnd Jehuda gab es viele Städte, welche von benachbarten Heiden, Griechen, Syrern und anderen Völkerschaften völlig okkupiert waren, ferner solche Städte, in denen Heiden die überwiegende Mehrzahl bildeten, und die Jaden in der Minderheit waren, dann wiederum auch andere Städte, in denen die Einwohnerzahl auf Juden und Heiden sich gleichmässig verteilte. Diese Zustände datierten seit der griechischen Aera in Palästina, seit der Zeit, als Judäa unter die Oberhoheit der syrischen und ägyptischen Könige kam. Sobald aber die Hasmonäer zur Gewalt kamen, setzte seitens Israels ein überaus heftiger Gegendruck ein, um den verlorenen, väterlichen Besitz wieder zu gewinnen. Zum mindesten sollte erreicht werden, dass all diese Ortschaften ein jüdisches Gepräge erhalten und die Juden auch in diesen Landesgebieten als die herrschende Bevölkerungsklasse anerkannt würden. Ganz anders gestaltete sich aber alles, als Herodes zur Regierung gelangte. Obschon er die Krone in Rom ausschliesslich als König von Jehuda erhalten hatte, hing er derartig mit Herz und Seele an Griechen und Griechentum, hasste Juden und Judentum so tief und war innerlich den Juden derartig entfremdet, dass all sein Streben dahin ging, ein neues Reich auf den Trümmern des jüdischen Volkes zu gründen. Er plante die Gründung eines neuen Reiches, in dem Griechen nnd Syrer die Haupt- und herrschende Volksschicht bilden sollten, griechische Lebensart und griechische Sitten den Vorrang haben und die Leitung aller Staatsangelegenbeiten in heidnischen Händen ruhen, die Juden dagegen als untergeordnetes Element behandelt würden. Die Heiden sollten unumschränkte Gebieter des Landes und souveräne Herren in»