Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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180 v$rU$b ihnen die höchsten Würden und Ämter, während er seine schlechte Seele seinem Volke, den Kindern Israel auf bewahrte. Josephus seihst hat ferner aus seinem persönlichen Empfinden heraus noch einen zweiten ganz besonders einleuchtenden Entschuldigungsgruud, der uns alles restlos erklären soll; und z war, dass Berod es in seinem brennenden Ehrgeize sowohl nach zeitlichem als auch nach unvergänglichein Ruhm dürstete. Anstatt aber danach m streben, sein Andenken bei seinem eigenen, von ihm erwählten Volke zu verewigen, bei dem Volke, dessen König er war, anstatt dass er gesucht hätte, durch glorreiche, im Dienste Israels vollbrachte Taten, besondere die Herzen dieses Volkes zu gewinnen, damit es seinen Namen für alle Zeiten hochhalte, statt alles dessen erkor er sich zur Betätigung seines Ehrgeizes de heidnischen Völker und überhäufte sie mit zahlreichen, unermessliehen Wohltaten, um sich bei ihnen ein ewiges Andenken zu sichern. Da er aber ftir diesen Zweck viel Geld nötig hatte, so sah er sich gezwungen, die ganze Summe seines Grimmes in unerhörter Grausamkeit über die Juden auszugiessen und sie dem Henker auszuliefern, um ihr Vermögen einzieben zu können, furchtbare Verheerungen im ganzen Lande anzurichten, um genügend Geld für die Heiden herbeizuschaffen. Es leuchtet ohne weiteres ein, dass für solch unsinniges Gerede, wie es Josephus hier vorbringt, in dem Buche der Geschichte kein Baum vorhanden ist. Allein die Tatsache, dass Josephus diese Frage aufwirft und sich genötigt sieht, fremde und eigene Entschuldigungsgründe zur Beantwortung dieser Frage heranzuziehen, schon diese Tatsache allein charakterisiert in ausgiebigster Weise das von Her ödes in seinem Reiche befolgte Regierungssystem. Wohl trifft es zu, dass Heradea die Juden entrechtet, und der Willkür der Heiden ausgeliefert hat; aber das Ausschlaggebende hierbei ist, dass er mit alledem ein tiefgreifendes politisches Ziel im Auge hatte, dom all sein Sinnen und Trachten galt. Auch all die grossen, in Form von Aufsehen erregenden Schenkungen für die Griechen und Syrer vollbrachten Taten, (über die wir noch sprechen werden) jene zahlreichen und verschiedenartigen Taten und Leistungen, waren nioM die Frucht einer zu-