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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 225

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 225)
Language
German
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175 Wir wollen nun all diese vorausgeschickten Bemerkungen der Reihe nach näher erörtern, um die Vorgänge jener Zeit in ihrer wahren Gestalt hinsichtlich aller Ereignisse klar zu erkennen. Zunächst irrten alle darin, dass sie Herodes für einen König von Judäa hielten, und ferner glaubten, dass er selbst seine Stellung von diesem Gesichtspunkte aus betrachtete und sieh als Herrscher des jüdischen Volkes fühlte, in dessen Ruhm und Grösse er seinen eigenen Ruhm und seine eigene Grösse verkörpert sah, dass mithin das Land Judäa es war, welches nunmehr ein mächtiges Reich geworden ist, stark genug, um seine Fittiche auch über die anderen Völkerschaften auszubreiten, welche im Lande des jüdischen Erbes, innerhalb der Grenzen des gesamten jüdischen Gebietes gesessen haben. Alle diese Voraussetzungen sind nichts weiter als ein Irrtum. Nie hielt sich Herodes für einen König Israels, sondern nur für einen König der Heiden. Denn von dem Moment seiner Thronbesteigung an wurden die Juden im eigenen Lande geduldete Fremdlinge und die Heiden ihre Herren und Gebieter. Vom Beginn der Zeit des zweiten Heiligtums an, als die Juden nicht in dichten Massen aus Babylonien hinaufzogen, sondern nur in geringer Zahl heimkehrten, um sich neu im Lande Judäa anzusiedeln, füllten sich die öden Gebiete der Städte Judäas mit den heidnischen Völkerschaften aus der Umgebung. Ganz besonders kam diese Entwicklung der Dinge zum Vorschein in den Tagen Alexanders des Grossen und in der Folgezeit, da sich durch Alexander ein Strom von Griechen und Syrern in Bewegung setzte, welche die meisten Küstenstädte in Besitz nahmen und nach und nach immer weiter vordrangen und auch das Innere des Landes überschwemmten. Als die Könige der Hasmonäer zur Macht gelangten, war es daher ihr ernstes Bemühen, über all jeue Völkerschaften, die sich im Lande Jehuda festgesetzt hatten die Oberhand zu gewinnen, und der jüdischen Staatsautorität auch in deren Städten unumschränkte Geltung zu verschaffen, damit die Juden im ganzen Lande massgebend seien. All dies wurde jetzt durch Herodes und seinen Anhang, all die heidnischen Beamten, in deren Hände er die Regierungsgeschäfte

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