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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 224

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 224)
Language
German
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174 all das Geschehene, da sie nicht einmal die Notwendigkeit erkannten, es zu erforschen. Für viele nicht]üdischen Historiker hatte die Erforschung jener Geschichtsepoche nur insofern Interesse, als sie ihnen Gelegenheit bot, Israel in ein ungünstiges Licht zu rücken und seinen Charakter zu entstellen, um uns dann von ihm und seinen Handlungen ein Zerrbild zu bieten. Und die jüdischen Geschichtsschreiber folgten ihnen blindlings. Sowohl bezüglich der Datierung der heiligen Bücher, als auch vom Beginn der jüdischen Geschichte bis nach der Zerstörung des zweiten Heiligtums nahmen sie sich die Mutmassungen der nichtjüdischen Historiker zur Bichtschnur, und fanden nicht den Mut, sich auf eigene Füsse zu stellen, selbst zu forschen und selbst in die Sachen einzudringen. Sie begnügten sich blos mit der Abänderung der Form und Ausdrucksweise; und das gerade wurde ihnen sehr häufig zum Verhängnis. So kam es, dass unsere Geschichte sich in ein#leeres Nichts verwandelte. Nur Erzählungen haben wir, die ein jeder nach seinem Gutdünken ausgestaltete und ausschmückte. Kap. 2. Der wahre Sachverhalt. In Wahrheit besteht hier ein elementarer Irrtum in der Auffassung über die Hauptprinzipien des Herodes, sei es inbezug auf seine Stellung zum Lande Jehuda, sei es inbetreff der Herrschaft, die er begründet hatte. Nicht nur, dass die Tage des Herodes keine Fortsetzung der Hasmonäerperiode sind, und auch keine Fortdauer der Herrschafts־ aera Judäas; sie sind vielmehr der Beginn der Auflösung jeder Spur einer Herrschaft in Jehuda und Israel und der Beginn des Unterganges des jüdischen Staates. Und noch weit mehr als dies. Die Tage des Herodes sind zu gleicher Zeit der Beginn des Niederganges der gesamten Nation in allen Ländern ihres Aufenthaltes, auch ausserhalb der Grenzen Judäas. Damals geschah es, dass das jüdische Volk den ersten furchtbar erschütternden Stoss erhielt, mit dem seine gewaltsame Zurackdrängung, die sich bis auf den heutigen Tag in ungeschwächten! Maße fortsetzt, ihren verhängnisvollen Anfang nahm.

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