Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 222)
- Language
- German
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172 Familie als der Nation zustatten kamen. Die Hafenanlagen der Meeresküste, namentlich der von Cäsaria, wimmelten von Schiffen und belebten den Handel; freilich vermehrten die daraus gewonnenen Einkünfte nicht den Nationalreich־ tarn. Der Tempel strahlte in verjüngter Schönheit und konnte äusserlich an die Wiederkehr der salomonischen Zeit erinnern, nur dass die Priester ge־ zwungen waren, für das Heil derer zu opfern, welche sie im Herzen verwünschten. Das Land genoss sogar eine gewisse Selbständigkeit; denn die römischen Fesseln waren dem oberflächlichen Blicke unsichtbar. Dieser ganze Schein, und eben weil alles Schein war, zerrann nach dem Ableben dessen, der ihn zu behaupten gewusst hatte.u Nach all diesen Ausführungen verstehen wir nicht, warum die Regierung des Herodes dem jüdischen Volke zum Unheil gereichte und warum die von Herodes geleisteten Taten nur trügerischer Schein waren. Wie Grätz sagt: r reichten Judäas Grenzen unter Herodes viel weiter hinaus als zur glücklichsten Zeit der Hasmonäer-Regierung.“ Solch reale Tatsachen sind doch kein hohles Schattengebilde und keine leeren Sinnestäuschungen, sondern vielmehr unverkennbar greifbare, politische Errungenschaften und für den Staat von nnermesslicher Tragweite und Bedeutung. Pflicht der massgebenden Führer des Volkes war es demnach, den emiuenten Wert dieser Errungenschaften nach Gebühr zu würdigen, und in vollstem Einvernehmen mit dem Wohltäter und Beglücker des Volkes, dafür zu sorgen, dass sein grosses, segensreiches Werk auch nach seinem Tode bestehen bleibe und nicht schon unmittelbar darauf in ein Nichts sich auflöse. Grätz selbst sucht diesen Widerspruch dadurch zu erklären: ״dass das Geschenkte minder angenehm ist als das mühsam Errungene.“ Aber solche Redensarten gehören wohl in das Gebiet der Poesie und Rhetorik, haben aber in Geschichte und Forschung, die nur auf konkreten Tatsachen fussen, gar keinen Platz. Aueh die Städte in Jehuda, welche sich in neuem Glanze erhoben, ausgestattet: ״mit allem, was die griechische Baukunst für den Schönheitssinn darbot“ standen doch tatsächlich da, hochprangend im vollendeten griechischen Bau- und Schönheitsstile zum Wohle und Ruhme des Volkes. Wenn auch Grätz dazu bemerkt, ״dass sie (die jüdischen Städte) mehr dem Ruhm der römischen Machthaber und der herodianischen Familie als der Nation zustatten kamen“, so haben wir