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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 221

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 221)
Language
German
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171 Prophezeiung vorausgesagt hatte (7, 23) ״Das vierte Tier — es wird sein ein viertes Reich auf Erden, das verschieden sein wird von allen Reichen und es wird verzehren die ganze Erde, und sie zertreten und sie zermalmen.״ War es doch die beste Methode für alle Völker, die das Unglück traf, unter die römische Herrschaft zu kommen, sich ihren Bezwingern widerstandslos zu beugen und nichts gegen sie zu unternehmen; denn andernfalls machten die Römer die Worte Daniels wahr: ״es frass, zermalmte, den Überrest mit Füssen zerstampfend.״ Sehr bezeichnend ist der Widerspruch zwischen Kroehmal und Grätz trotz ihrer gemeinsamen Auffassung. Kroehmal sagt: ״Er (Herodes) war es, dem es gelang, die Schroffheit des Vasallenverhältnisses zu den Römern durch den Glanz seiner eigenen Herrlichkeit einigermassen zu mildern.״ Grätz wiederum sagt genau das Gegenteil: ״Dieser junge Mann wurde der böse Dämon für die jüdische Nation und schien dazu berufen, sie an allen Gliedern gebunden der Römerherrschaft zu überantworten und ihr den Fuss auf den Nacken zu setzen.“ Das ist ja eben die Folge oberflächlicher Meinungsäusserungen, dass sie ein jeder willkürlich nach seinem persönlichen Gescbmacke ummodeln kann, weil sie keinen festen Halt haben. Auch Grätz hat die tatsächlichen Vorgänge nicht erforscht; und daher schreibt er selbst wiederum Band 35 S. 245: ״So unglückselig auch die herodianische Regierung war, so konnte sie doch im Vergleich zu der nachfolgenden eine glückliche genannt werden. Sie hatte wenigstens eine blendende Aussenseite und war in grossem Stile ge- % halten und entbehrte nicht eines gewissen Schwunges. Judäas Grenzen reichten unter Herodes viel weiter hinaus als zur glücklichsten Zeit der Hasraonäer- Regierung. Die Landstriche, um welche die Hasmonäer Aristibul 1 und Alexander I jahrelang Kriege geführt, und die sie doch nur zum Teil erobert hattenJ) jenseits des Jordans und des Hermon, waren Herodes durch einen Federstrich zugefallen, nur dass das Geschenkte minder angenehm ist als das mühsam Errungene. Die Städte Judäas erhoben sich in neuem Glanze, aus-. gestattet mit allem, was die griechische Baukunst für den Schönheitssinn darbot, nur dass sie mehr dem Ruhm der römischen Machthaber und der berodianischen ג) Auch das ist ein Irrtum, denn auch umgekehrt finden wir viele Städte, welche z. Z. Alexander Janais im Besitze der Juden waren, dann aber von Pompejus und Gabinius ihnen abgenommen wurden, ohne dass sie dem Herodes zurückgegeben worden wären. Siehe darüber ausführlich bei Schürer Band II4 Seite 102 f.

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