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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 218

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 218)
Language
German
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168 Geschichtsschreibern entrechtet wird. Denn, wie sehr sie auch in einem fortwährenden Hin-und-Her mit ihrer Sprache lavieren und sich den Anschein geben, als ob sie Israel zu verteidigen suchen, 80 sind es doch nur Sünden und Verfehlungen des Volkes Israel, die sie immer wieder hervorkehren. Und wie erschreckend ist es zu sehen, dass sie selbst be! grossen und allgemeinwichtigen Fragen, von denen die Ehre der Gesamtnation abhängig ist, und die ihrer ganzen Natur nach der Forschung auch zugänglich sind, dass sie sogar da keineswegs wirklich geforscht haben, um sie wahrhaft zu erkennen und zu verstehen. Hätten nur die Juden damals, wie es in Krochmals Darstellung heisst, eine korrekte Haltung eingenommen, hätten sie keine so tiefe Abneigung gegen eine Familie von Fremdlingen bekundet und keinen ungerechtfertigten Verdacht gegen Unschuldige gefasst, hätten sie insbesondere ihre übertriebene Empfindlichkeit in völlig nebensächlichen Dingen fallen gelassen und über den Mangel an Adel und vornehmer Abkunft hinweggesehen, dann hätten sie, so lehrt uns Krochmal, was die Regierung des Herodes selbst anbelangt, keinen besseren und würdigeren, keinen mächtigeren und herrlicheren König gehabt als Herodes und seine Söhne nach ihm. So wenig hat Krochmal den historischen Zusammenhang der Vorgänge verstanden, dass er diese ganze Epoche als eine Zeit des Aufblühens ansieht, als eine Zeit des mächtigen Aufschwunges für das ganze Volk. Er sagt: ״Noch einmal ersteht den Juden eine stolze Herrschaftsmacht. Der König Herodes war es, welcher das Gebiet des jüdischen Landes weithin ausdehnte und die kleinen feindlichen Nachbarn demütigte. Er war es auch, dem es .gelang, die Schroffheit des Vasallen Verhältnisses zu den Körnern durch den Glanz seiner eigenen Herrlichkeit einigermaesen zu mildern.*4 Und was brauchte das jüdische Volk hoch mehr, was konnte es sich denn noch wünschen über all diese Errungenschaften hinaus, welche seinem Wohle und Vorteile gedient haben? Und eine so glückliche Periode, eine Periode der Hochblüte für das jüdische Volk verstanden die Juden nicht zu würdigen und wollten sie auch nicht verstehen, lediglich infolge von Nörgelei und Misstrauen, hervorgerufen durch Bedenken kleinlicher Art, die weder mit dem herrschenden Regierungs־System, noch mit der

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