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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 217

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 217)
Language
German
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167 zu unserem Thema zurück. Wir haben schon erwähnt» dass das Volk gar keine Freude bekundete, selbst als die Hasmonäer die Krone anl ihr Haupt setzten, ja, dass dieser Akt sein tiefes Missfallen erregt hatte. Wenn nun das Volk und seine Führer dem Herrscherhause der siegreichen Priester und Befreier vom römischen Joche so wenig Sympathien entgegengebracht hatte» was war dann zu erwarten, als ein Mann zur Regierung kam, der sich so unter* v ürfig und kriecherisch vor den Römern gebärdet hatte, der von Geburt Heide war und nur mütterlicherseits von Juden stammt1), der in vielen prinzipiellen Dingen von den Wegen Israels abwich und sich nach den Gesetzen Roms richtete, das ihn grossgezogen hat. Obgleich nun der aufmerksame Beobachter nicht bestreiten kann, dass Herodes grausam war, beging er doch nicht solche Freveltaten gegen das Volk, wie Alexander Janai. Die Söhne des Herodes haben sich auch nicht unter ein neues Joch begeben, so wie die Söhne Janais. Im Gegenteil, alle Angehörigen des Herodes waren eifrig bestrebt gewesen, sich die Gunst des Volkes und der Weisen zu erwerben, indem sie Städte bauten, viel Gutes übten und eine reiche Hilfstätigkeit zur Zeit der Hungersnot und der Unruhen entfalteten. Ausserdem traten sie auch sehr energisch für die Juden in der Diaspora ein, welche der römischen Machtsphäre angehörten. Trotz alledem finden wir einen unversöhnlichen und unauslöschlichen Hass zwischen dem Volke und Herodes sowie dessen Nachkommen, ein Hass, der weit stärker war als derjenige, welcher sich gegen die letzten Hasmonäer gerichtet hatte. Die Ursache ist indes ganz klar. Bei den Hasmonäern waren wenigstens die Anfänge verheissungsvoll. Die Hasmonäer eroberten sich die beiden Kronen durch die Stärke ihres Armes und unter dem Beistand der Frommen und der Priester, zur Ehre und zum Ruhme des Volkes. Dagegen aber hier (bei Herodes) war schon die Quelle der Macht eine trübe, nämlich ein fremdes, feindliches Volk, welches allen anderen Völkern sein Joch aufgezwungen hat, (die Römer) und die Thoroprätendenten seihet (Herodes und seine Söhne) mussten ihre Krone aus den Händen der Römer empfangen, was nur durch Unterwürfigkeit und Annäherung an ihre Lebenssitten sich ermögliehen liess. Gerieten nun die Hasmonäer in den Verdacht, dass sie zu den Sadduzäern neigten, so setzten sich diese Fremdlinge dem Verdachte aus, dass sie die Absicht hegten, die jüdische Bevölkerung zum Abfall von den Vor- Schriften und Gebräuchen der Väter und zum Anschluss an die Gesetze des fernen und fremden Volkes zu bewegen, welches sie (die Herodianer) gross gemacht, auf den Thron gehoben und mit grossen Einkünften ansgestattet hat“ Wir haben diese Sätze in ihrer ganzen Ausführlichkeit wiedergegeben, da wir endlich einmal die Zeit für gekommen erachten, die Geschichte unseres Volkes klarzustellen. Es ist betrübend zu sehen, wie sehr Israel von seinen eigenen Schriftstellern und נ) Wir können nicht begreifen, woher er zu dem Irrtu me gelangt ist, dass die Matter des Herodes Jüdin war. Ihm scheinen hierbei die Woite Raschis (Sota Seite 41) über Agrippa I, den Enkel des Herodes, vorgeschwebt zu haben, welche er durch eine Verwechslung auf Herodes selbst übertrug.

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