Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 215

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 215)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486307--6636-3493011
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

165 Fortsetzung einer Herrschaftsepocbe Israels, der Henrsehaftsepoebe des Staates Jndäa, gleichsam die Fortsetzung der Hasmonäerzeit und deren Regierungsäi a. Ja sie sehen in der Herodianisehen Herrschaft ein Königtum in Juda und Israel, das an Glanz und Herrlichkeit und durch ungestörten Frieden rings im Lande sich weit über die Ära der Hasmonäer erhebt. Daher kommt es, dass sie fortgesetzt die änssersten Anstrengungen machten, um zu ergründen, woher der erbitterte und unauslöschliche Hass kam, der zwischen dem Volke und Herodes, sowie dessen Nachkommen herrschte. Doch alle ihre Untersuchungen blieben ohne Resultat. Diejenigen nichtjüdischen Geschichtsschreiber, welche sieh mit dieser sie besonders interessierenden Zeit befassend dabei zu gleicher Zeit sich das Ziel setzten, die Juden von da an bis zur Zerstörung des Heiligtums herabzuwürdigen und blosszustellen, veisteigeu sich gar zu heftigen Ausfällen gegen die unglückselige Verblendung der Juden, welche den Wert ihres grosseu Königs nicht zu erfassen vermochten und durch störrischen Sinn ihr Glück mit eigenen Händen vernichteten. Indes können selbst die Besonneneren unter den nichtjüdischen Historikern, welche bestrebt sind, auch Israel Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, nicht umhin, die Haltung der ganzen Nation zu verurteilen. Auch der bedeutendste moderne Historiker, der diese Zeit behandelt, Mommsen, sagt Band 5 seines Werkes Seite 505: ״Vom Standpunkt der inneren jüdischen Politik aus ist das Regiment des Herodes die Beseitigung der Theokratie und insofern eine Fortsetzung, ja eine Steigerung des Regimentes der Makkabäer, als die Trennung des staatlichen und des Kirchenregimentes in schneidender Schärfe durehgefnhrt wird in dem Gegensatz zwischen dem allmächtigen, aber fremdgeborenen König und dem machtlosen, oft und willkürlich gewechselten Erzpriester“ 1). י) Die nicht jüdischen Geschichtsschreiber, welche ihre Kenntnis über die Gestaltung der Verhältnisse unter den Juden zur Zeit des zweiten Heiligtums doch ausschliesslich aus den Berichten des Josephus schöpften, waren der Meinung, dass der Schwerpunkt des jüdischen Gesetzes, und das ganze religiöse Leben des Volkes sich damals nach den Weisungen der Hohepriester richteten, was natürlich auf einem Irrtum beruht. Das ist aber mit eines der Vergehen des Josephus, «lass er in der Darstellung der Geschichte des jüdischen Volkes, das Volk seihst und seine

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.