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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 214

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 214)
Language
German
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164 Dem Rate ihrer Vertrauten folgend, unterbreiteten die beiden Bruder ihre Streitsache dem römischen Heerführer Pompejus, der damals an der Spitze einer grossen Truppenmacht in Syrien stand. Pompejus aber brachte bald das Land Jehuda unter die römische Zwangshoheit und setzte dann den Hyrkanus unter römischer Oberherrschaft zum Schattenkönig in Judäa ein. Hyrkanus, der schwach und willenlos war und dem Wesen des Volkes fernstand, vertraute die Staatsgeschäfte einem Fremden an, dem Idumäer Antipater, der nun zum wirklichen Herrscher in Judäa wurde, während er dem Hyrkanus nur den Namen eines solchen liess. Dichte Finsternis lagerte sich nun über Israel. Das Land Jehuda kam ins Wanken und geriet unter das eiserne Joch der Römer. Doch nicht genug damit; — sie wurden Sklaven der Sklaven Roms. In kurzer Zeit waren auch die Söhne des Antipater, Phasael und Herodes, herangewachsen, und diese drei Gewalthaber machten sich zu Herren des ganzen Landes Jehuda und schalteten darin mit vollendeter Willkür. Ungefähr 24 Jahre regierten Hyrkanos und Antipater, als Antigonos der Sohn des Aristobul, aus seinem Exil in Rom zurückkehrte und mit Hilfe der Parther dem Hyrkanos die Herrschaft entriss. Antipater und Phasael wurden getötet und Herodes floh aus dem Laude. Indes durch die Vermittlung seiner Freunde und der Freunde seines Vaters im ägyptischen Alexandrien, versah er sich reichlich mit den erforderlichen Geldmitteln und eilte nach Rom, wo mit Geld alles zu erreichen war. Dort gelang es ihm, die beiden damaligen Machthaber Roms, den Antonius und Oktavianus, für sich einzunehmen, und diese veranlassten den Senat, ihn zum Herrscher des Landes Jehuda zu proklamieren. Mit Hilfe der römischen Legionen besiegte er dann den Antigonos und zog in Jerusalem als König von Judäa ein 1). Herodes der Jdumäer und seine Regierung im Lande Jehuda. Die Mehrzahl der Historiker und mit und nach ihnen die jüdischen Geschichtsschreiber erblicken in Herodes’ Regierung die x) Die Erörterung dieser Vorgänge im Einzelnen bleibt einem vorausgehenden Bande Vorbehalten.

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