Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 154)
- Language
- German
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i04 Zeiten. Wir fahlen, dass wir ein Glied einer Kette von Geschlechtern' sind, dass ein unsichtbares Band uns verbindet mit den Vätern, die in längst verklungenen Jahrhunderten des Lebens sich freuten und gleich uns bangten und hofften* strebten und wirkten; So folge denn die Geschichte der Ahnen Samson Raphael Hirsch’s* soweit sie sich aus vorhandenen Aufzeichnungen, Grab- Steininschriften, Gemeindebüchern rekonstruieren Hess. Ein Ahnherr Samson Raphael Hirsch’s, Menachem Mendel Spiro, übersiedelte am Ende des 17. Jahrhunderts von Frankfurt a. M. nach Hambürg. Fünf Generationen später kam einer seiner Nachkommen, der in Hamburg geborene Samson Raphael Hirsch wieder nach Frankfurt a. M. להחזיר עטרה לישנה, um dort die heilige Wissenschaft, der vordem auch seine Familie dort sich hingegeben hatte, wieder zum alten Glanze zu bringen. Unsere Abhandlung beginnt mit Nathan Meirich, dem Stammvater der Gattin Sara des Menachem Mendel Spiro, dessen Nachkommen in zehnter Generation Samson Raphael Hirsch ist. Nathan Meirich kam zwischen 1612 und 1620 von Detmold nach Hambarg. Die Familien mag den Namen Meirich (nicht Mehlreich, wie David Kaufmann in den Denkwürdigkeiten der Glückei von Hameln S. 296 annimmt) von Meirichstadt in Bayern angenommen haben, aus weichem Orte sie vermutlich stammen. Über ihn schreibt seine Enkelin, die Glückei von Hameln: ״Mein Grossvater Nathan Meirich hatte früher in Detmold gelebt und war ein sehr reicher wackrer und vornehmer Mann. Er wurde aber von dort ausgetrieben und zog mit Frau und Kindern nach Altona. Es haben damals kaum zehn Familien in Altona gewohnt. Nathan Meirich begab sich in das Haus des Lob Hildesheim, Nathan Spaniers Schwiegersohn, und brachte grosse Reichtiimer mit. Esther, die Frau des Lob Hildesheim, hat mir wunderbare Dinge von diesem Reichtum erzählt. Er habe ganze Kasten voll goldener Ketten und sonstigem Geschmeide und ganz grosse Beutel mit Perlen mitgebracht, so dass es in jener Zeit auf hundert Meilen keinen reicheren Mann gegeben habe. Aber leider hat das nicht lange gewährt. Die Pest ist ausgebrochen. Mein Grossvater und etliche seiner Kinder sind daran gestorben.“ Der Grabstein des Nathan Meirich ist nicht mehr vorhanden, wohl aber der seiner Gattin Mate.