Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 146)
- Language
- German
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96 und deren Nachkommenschaft reklamiert, da er doch mit der Wahrscheinlichkeit rechnet, dass Jizchok späterhin auch noch andere Frauen heimfuhrt. Vergleicht man aber die io der עקדה an Abraham und Jizchok gerichteten Lohnverheissungen mit Labans Brautgruss an Rebekka, so stellen wir das für Labans geistige Einstellung charakteristische Ergebnis fest, dass Laban aus diesen Segnungen nur freudig übernimmt den ארבה את זרעך »wm-Gedauken, den er für Rebekka in die Worte kleidet: ״ היי לאלפי רבבהMögest Du zu Zehntausenden werden“ und ebenso fast wörtlich die, kriegerischen Geist und kriegerische Erfolge kündende Verheissung: .ויירש זרעך את שער שנאיר ״Und Deine Nachkommenschaft erobere das Tor ihrer Feinde“. Achtlos und gleichgültig geht er aber an der dritten und wichtigsten an Abraham verliehenen Segnung vorüber; והתברכו בזרעך כל גויי הארץ ״Und segnen werden sich mit Deinem Samen alle Völker der Erde“״, jedwede Andeutung hierauf unterlässt er absichtlich in seinem Brautgruss an seine Schwester, als wollte er ihr zum Abschied sagen, dass, wenn diese dritte Segnung unter allen Umständen denn schon bei Jizchoks Nachkommenschaft in Erfüllung gehen müsse, sie neidlos der Nachkommenschaft von einer anderen eheliehen Verbindung Jizchoks überlassen bleibe. Wir hören ihn förmlich beteuern: ״Uns liegt ״diese ganze Richtung“, die s. Z. schon mit dem והיה ברכה eingeleitet wurde, nun ganz und gar nicht; diese Segnung gönnen wir gerne jedwedem Andern.“ Wer Labans Psyche richtig einzuschätzen versteht, kann ja auch gar keinen anderen plausiblen Grund für die von ihm immer wieder betonte Abneigung gegen eine Verbindung zwischen einem Bethuels- und Abrahams-Sprossen ausfindig machen. Es handelt sich bei ihm um eine gewisse Idiosynkrasie gegen Alles, was der ־היה ברכהVerheissung irgendwie ähnlich sieht. Denn die materiellen־ Verhältnisse bei dem einzigen Sohne von Abraham sind die glänzendsten: ״ עבד הבית בא לכאן בעשרה גמלים טעוניםSchon der Knecht des Hauses kam hierher mit zehn, mit allen Schätzen der Welt beladenen Kamelen“ und überdies hat Elieser — nach Raschi in den Worten וכל טוב אדניו בידו angedeutet — der Laban-Familie das Testament Abrahams vorgelegt, in dem Jizchok zum Universalerben seines Vaters eingesetzt wird, eines Mannes, von dem alle Wett