Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 134)
- Language
- German
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Der Sulzbacher Wandkalender für das Schöpfungsjahr 5483 (1722/23). Von Dr. M. Weinberg, Rabbiner in Neumarkt (Oberpfalz). In meinen ״Hebr. Druckereien in Sulzbach“1) häbe ich als eines der ersten Druckerzeugnisse Salman Frankels, des bedeutendsten aller Sulzbacher Druckherren, einen Wandkalender für das Jahr 1722—23 angeführt, der den Genannten in eine büchst peinliehe Lage brachte. Indem wir auf die dortigen Ansfährangen verweisen, wollen wir hier nur kurz rekapitulieren, dass die Sulzbacher Landesregierung am 9. Juli 1722 an Inspektor Seb. Kyck ein Exemplar des neugedruckten Wandkalenders mit dem Aufträge schickte, denselben einer gründlichen Zensur zu unterziehen, weil in demselben angeblich eine Anzahl vom Standpunkte des Christentums anstössiger Stellen enthalten seien; diesem Auftrag war ein entspr. Antrag der Regierung bei dem Herzog Theodor vorausgegangen, den dieser mit beigesetztem Fiat genehmigt batte. Kyck ging sofort an die Ausführung des Auftrages. Aber bereits am 21. Juli erklärte er, dass ״in solchen Calender gleich als in einen Mischmasch (umb vielleicht hierdurch die Jüdische täcke desto besser zu bergen) nicht nur hebräisch, Rabinisch, Jüdischteutsch, sondern auch allerhand abbreviaturen, characteres und einzle Buchataben für gantze Wörter mit Fleiss gesetzt, umb nur die Sache desto intricater zu machen und sich hernach hinter eine anslegung zu stecken, welche Ihnen am beqnembsten ist; als will fast unumbgänglich Noth wendig zu seyn, umb ans der Sach desto leichter und eher zu kommen, auch niemand sich zu beschweren nrsach bade, die hiesige Judenscbafft vor allen Dingen dahin ernstlich zu halten, selbst nach vorhero eine gantz deutliche und genugsam teutsche Erklär- und Übersetzung zu stellen und scbrifftlich von sich l) Jahrbuch der jüd.-lit Gesellschaft 1 S. 53 ff.