Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 101

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 101)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3486266-3486307--6522-3492897
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

56 ledigen, vor allem die in dem bezüglichen Gesetze vorgeseheitd Wahl eines fünfgliederigen Kultusvorstandes. Zu diesem Behufs wurde im Sinne der Verordnung vom Bürgermeister ein aüs drei Mitgliedern bestehendes Wahlkomitee berufen u. z. Rrtdolf Löwy, Ignatz Glaser und Ludwig Polläk. Dieses Komitee Hess nta am 20. April 1911 einen Warme# und beredten Aufruf an die Salzburger Jude# ergehen,' sich M einer am 29. April stattfindenden Wählerversainöilung zahlreich einfcUfinden1). Die stark besuchte, würdig verlaufene Versammlung setzte den Wahltag für den ersten Kultusvorstand der neuen Gemeinde auf den 28. Mai fest. Die Juden machten an diesem Tage fast vollzählig von ihrem Wahlrechte Gebrauch. Aus dem in Gegen« wart des Regierungsvertreters vollzogenen Wahlakte gingen als gewählt hervor: Rudolf Löwy, Dr. Julius Pollak, Ignatz Glaser, Ludwig Pollak, Wilhelm Popper. Bei der kurz darauf erfolgten Katfsiitnierang des Kultusvorstandes wählte dieser, wie nicht anders mi erwarten war, Rudolf Löwy zum Kultusvorsteher. Kultusvoreteber-Stellvertreter wurde Dr. Julius Pollak. Die Genehmigung des Organisationsstatutes der Kultusgemeinde erfolgte seitens der landesregierung am 20. Dec. 1911 mit Nr. 25.777. Der amtierende Rabbiner Dr. Adolf Altmann wurde über ein-!stimmigen Beschluss des Vorstandes v. 11. Okt. 1911 ZI. 73 auch für die neue Kultusgemeiede und Matrikelführung der Landesregierung io Vorschlag gebracht und von dieser mit Erlass v. 25. I. 1912 EL 26123 und ZI. 27564 ex 1911 bestätigt. Die Zahl der Kultussteuer zahlenden Mitglieder betrug, bei der ,Gründung der neuen Gemeinde achtzig, mit insgesamt etwa zweihundert Seelen2). An Schulkindern, die den Religionsunterricht genossen, zählte man vierzig. Die Salzburger Juden haben sich der alten jüdischen Vergangenheit auf diesem Boden nicht unwürdig erwiesen; sie haben stete1 ihre Aufgaben mit Wahrung der Pflichten gegen ihre Religion bescfieiden und unaufdringlich in der Mitte ihrer christlichen Mitburgfr zu leben und an dem Wöhle der gastlichen Heimat mitzuwirken, richtig erfasst. Es ist daher zu hoffen, dass der jungen Gemeinscbaft eine Entwicklung in aufsteigender Linie beschieden sein wird. ,.* *) Siebe den Wortlaut im Anhang 11 Nr. 44. *) VgL Anhang II Nr. 47 das Verzeichnis der zur Zeit der Kultusgemeindegitelnng in Salzburg ansässigen Juden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.