Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
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Die Salzburger Jaden gaben sich jedoch mit dieser Verfügung gegen den Willen der meisten nicht zufrieden. Am 4. Juni 1881 leiten Elias Schönbrunn, Rudolf Kohn und Adolf Pollak ein Gesuch an die Landesregierung um Aufhebung der Zuweisung und Bewilligung einer eigenen isr. Kultusgemeinde für Salzburg. Das gleiche erstrebte* als eine Abweisung erfolgte, ein Jahr später, am 27. April 1882 eine Eingabe des Albert Pollak. Wiewohl er einen Vollkommenen Statutenentwurf, ein günstiges Gutachten der Stadtgemeinde beilegte und auf die Selbsterhaltungsmöglichkeit der in- Zwischen auf 115 Seelen angewachsenen Gemeinschaft hinwies, wies doch der Kultusminister die Bestrebungen mit Erlass vom 1. Nov. 1882 ab, da, wie er meinte, abgesehen von der noch immer nicht erwiesenen Selbsterhaltungsmöglichkeit, die bestehenden Judengesetze auf Salzburg, wo das Verbot des Judenaufenthaltes am längsten bestand, keine Anwendung finden können —. Noch war aber die völlige Einverleibung der Judenscbaft Salzburgs in die Gemeinde Linz nicht erfolgt, zumindest nicht durchgängig praktisch durchgeführt. Da erschien im Jahre 1890 das bekannte österreichische Kultusgesetz zur Regelung der Judenfrage in den öster. Erbländern, das mit Regier.-Blatt Nr. 57 vom 21. März das neue, noch jetzt zu Recht bestehende System der Kultasgemeinden schuf. Danach sollten überall, wo die Voraus- Setzungen hierfür beständen neue Kultusgemeinden gegründet, schwache Minderheiten aber zur nächsten grösseren Kultusgemeinde geschlagen werden. Im Sinne dieses Gesetzes erging in Salzburg seitens der Landesregierung am 4. bezw. 23. Mai desselben Jahres eine Anfrage an die Stadtgemeinde, ob es sich empfehlen würde die Zuweisung der Juden in Salzburg zu Linz zu belassen bezw. sie der dortigen Kultusgemeinde einzuverleiben, oder eine eigene israel. Kultusgemeinde zu bewilligen. Die Stadtgemeinde eröffnete die Angelegenheit dem Hofantiquar Albert Pollak ״als dem Führer der Israeliten“. Dieser veranlasste sogleich eine allgemeine Versammlung der Salzburger Juden, die zu der Angelegenheit energisch Stellung nahm. Es wurde beschlossen, die Selbständigkeit der Gemeinde mit aller Kraft anzustreben. Es wohnten damals bereits 141 jüd. Seelen in Salzburg. Davon waren 80 männliche, 61 weibliche und 28 Familienhäupter. 13 Personen gehörten der Wiener Bauunternehmungsfirma Josef