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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 83

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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triefe, die 61־ voü indischer Seite empfing, so der Brief einer armen indischen Waise, die durch Handarbeitenanfertigung ihr kümmerliches Dasein fand, sich aber durch die Antiseniitenhetze arg geschädigt sah und nun durch das Werk Schopfs bessere Tage erhoffen zu dürfet! glaubte, weshalb sie Gottes reichen Segen auf sein Haupt herabflehte. Schöpf erzählt, wie ihm dieses Schreiben heisse Trauen der tiefsten Ergriffenheit entlockte 1). Indessen hatte der ton den edelsten Motiven geleitete Schritt Schöpf, wie zu erwarten war, auch eine ganze Flut von Schmähungen, Drohungen und Angriffen der verblendetsten* giftigsten Art eingebracht2). Er hatte eben in ein gar zu arges Wespennest gestochen. Als Schöpf daraufhin noch gar zu einem zweiten Schritt ausholte und in der ״Salzburger Zeitung“ ein ״Sendschreiben an die Herren vom Kyffhäuser und des Grand Vereins“3) veröffentlichte, in welchem er seine Anschauungen und Nachweise noch erweiterte und vertiefte, wollte es von seiten der sich angegriffen Fühlenden im alldeutschen wie klerikalen Lager der Verfehnmngen und Anfeindungen beinahe kein Ende nehmen. Akademiker und Bürgerliche, Geistliche und Laien aus Salzburg, Österreich und Deutschland, ja sogar viele seiner bis dahin besten Freunde und Berufskollegen wetteiferten in der Beschimpfung, Herabsetzung und Verdächtigung Schopfs, nannten ihn Judas, ziehen ihn des Volksverrats, der Gottesleugnung und Bestechung und was der termini technici der Antisemiten noch mehr sind. Sogar manche Witzblätter Hessen es sich nicht nehmen, mit in die Trompete des Hasses zu stossen und das Beginnen Schopfs für die Juden zu glossieren4). Dr. Schöpf liess alles ruhig über sich ergehen, zumal ihm gerade die Angriffe immer wieder neue Aufmunterung seitens seiner vielen Bewunderer5) und mancher 1) Schöpf, Nachtrag S. 11. 2) Vor allem seitens der sich angegriffen fühlenden Antisemitenbündlet in einer Flugschrift rDer Grandunsinn״ (Wien 1888 Verlag v. Karl Inesberger II. Auflage), deren Erscheinen durch Maueracschlage angekündigt wurde. Siehe Salzb. Volksblatt Nr. 23 v. 1888. ל Salzburger Zeitung v. 28. I. 1888 Nr. 23 S. 5-6. 4) Schöpf, Nachtrag S. 11—15. *) So v. Freisauff in einem begeisterten Leitartikel im Salzb. Volksblatt v. 28. Jänner 1888 Nr. 23, der ihm eine persönliche Herausforderung eintrug (Vergl. Salzb. Volksbl. Nr. 24 v. 30. I. 1888) und L. Schmued in Nr. 25 des Salzb. Volksblattes v. 31. I. 1888.

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