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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 82

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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a? samer Schüler geblieben. Gelegentlich der Redaktionsübernakme des Fürsterzbischöflichen Blattes im Jahre 1848 richtete Schwarzenberg folgende Worte an Schöpf: ״Sie müssen wider den Strom schwimmen, es wird in Sie ein Kampfgeist kommen, der Sie zeitlebens nicht mehr verlässt. Verwenden Sie ihn immer and allezeit zum Besteh der Unterdrückten, Verfolgten and Gehetzten gegen die Tyrannen und Verfolger. Wenn Sie das befolgen, 80 können Sie am Abende Ihres Lebens sich sagen: Ich habe einen guten Kampf gekämpft“ 1). Diese Worte *seines grossen Meisters prägten sich tief in das Wesen Schopfs ein, and wo es galt dem Unrecht die Spitze zu bieten und für Recht and Menschlichkeit einzustehen, stand er in vorderster Reihe. Die Leidensand Freadens-Gesehiehte der Evangelischen in Tirol2 *) und in Salzburg9) weiss hierüber manches ״Schöne‘‘ za berichten. Als nan Schöpf von dem lieblosen Treiben des Antisemiten-Bundes in Salzburg vernahm and las, fühlte er sich trotz seiner vorgerückten Jahre durch sein hohes Vorbild, den Erzbischof Schwarzenberg, zur Tat gemahnt und ״auf!“ hiess es in seinem Herzen, ״spanne deine letzte Kraft gegen die Hetzer!4״). Er verfasste eine Schrift: ״Die Grandverwunderang“5 * *), die sich die Aufgabe steckte, so geschichtlich, sachlich and theologisch als nur möglich in die Verwerflichkeit der antisemitischen Treibereien hineinzuleuchten und sie ad absurdum za fahren. Die Schrift erreichte ihren Zweck. Wie Keulen schlage traf es die Sylvesterianer, während die rechtlich Denkenden aller gebildeten Kreise die grösste Genugtuung empfanden. Dass der mutige Akt Schopfs bei den Juden rührende Dankbarkeit und helle Freude aaslöste, ist selbstverständlich. Eine Reihe ehrender Dank- und Zastimmangsknndgebungenaus allen Gesellschaftsscbicbten inand ansserhalbSalzburgs bestärkte Dr. Schöpf, auf dem nun einmal erkannten rechten Wege zu bleiben. Besonders rührten den tapferen Kämpen die Dank- ף Schöpf, Nachtrag z. Grandverw. S. 3. *) ebenda S. 3—4. s) Auinüller Heinrich, Gesell, d. Evangel. im Salzb. Lande als Festschrift z. Feier d. 50jähr. Bestehens der evang. Gern, za Salzburg (Salzburg K. Kiesel) S. 26. 4) Schöpf, Nachtrag z. Gr. Verw. S. 4. 5) ״Antisemitische, zu deutsch judenhetzerisebe Bestrebungen in der Saison-Stadt Salzburg!!! Grandverwunderung des Dr. ״Schöpf“ (Salzburg, 1888, im Selbstverlag des Verfassers.)

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