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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 81

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 81)
Language
German
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36 Ausnahme der ״Salzburger Zeitung“, als Amtsblatt und des ״Salzburger Volksblattes“, als liberales Organ, brachten alle Tagesblätter und periodischen Zeitschriften fortdauernd hasserfüllte Schmähartikel gegen die Juden und predigten Ausrottung des Judentums mit Stumpf und Stiel1). Das geringe Häuflein Salzburger Juden konnte gewiss niebt den Anlass dazu gegeben haben, zumal sie sich in jeder Hinsicht ängstlich hüteten, irgendwie unliebsam aufzufallen. Sie gaben sich durcfe Solidität im Geschäitsgebahren und Bescheidenheit im Auftreten alle Mühe, keinen Anstoss aufkommen zu lassen. Die antisemitischen Wühlerein — an denen sich auch die klerikale Presse, sonst den Alldeutschen abhold, mit allen Kräften beteiligte2) — richteten sich denn auch nicht unmittelbar gegen die Juden in Salzburg, sondern — nach einer alten Taktik — gegen die Juden im allgemeinen. Dennoch oder gerade darum hatten die Salzburger Juden nicht weniger unter der Hetze zu leiden und zwar nicht nur durch die gesellschaftliche Ächtung, sondern fühlbarer noch wegen der üblen Folgen für das Erwerbsleben, besonders derjenigen, die sich /tach sonst nur schwer und kümmerlich durchbrachten3). In dieser Zeit schwerer Tage und Not entstand den Juden unverhofft von einer Seite Schutz und Verteidigung, an die niemand dachte. Ein Salzburger hoher Geistlicher, ein Gelehrter von Klang und Namen, erhob sich für die Geächteten, Geschmähten und Verfolgten — der Universitätsprofessor und salzbnrgische Consistorialrat Dr. Schöpf. Tiroler von Geburt, also an der Quelle des Klerikalismus aaferzogen, zeichnete diesen echten Priester dennoch ein Liberalismus sondergleichen und eine grosszügige religiöse Toleranz aus; ein Beweis, dass strenge Kirchlichkeit nicht mit Unduldsamkeit gegen Andersgläubige verbunden sein muss. Schöpf war in seiner Jugend Mitarbeiter des edlen Kirchenfürsten Erzbischof Schwarzenberg4) und zeitlebens dessen gelehrl) ebenda. Hervortaten sich hierin besonders: Die Halbmonatsschrift: ״Der Kyffhäuser“, die ״Mitteilungen des deutschen Vereines״, der ״Volksfreund״ und die ״Salzburger Chronik״. *) Der ״Salzburger Chronik“ stand auch das ״Salzbürger Kirchenblatt״ nicht nach. *) Schöpf S. 11. 4) Vgl. oben III. Zeitraum Kap. 3.

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