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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 79

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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34 Ihre Todesfälle zeigten die Salzburger Juden im ersten Stadium der Niederlassung ihren Heimatsrabbinaten an. Erst nach Ein• schreiten des Linzer Rabbiners Dr. Frank im Jahre 1872 bei der Landesregierung zu Salzburg wurde er mit Statthalterei-Dekret Linz vom 11. 1. 1873 auf Grund des Matrikelgesetzes vom 18. Juli 1868 bezw. kaiserlichen Patentes vom 20. II. 1884 auch zum Matrikel- Führer der Salzburger Jadenscbaft ernannt und trug zum ersten Mal einen Salzburger Sterbefall im Jahre 1886 ein. Es stand ein freies Stuck Feld auf dem Salzburger Kommunalfriedhof zur Verfügung der Juden, wovon aber nur in zwei Fällen Gebrauch gemacht wurde. Vom Jahre 1870 bis zu seinem Tode, 14. Februar 1888, wohnte der bekannte Wiener Schriftsteller Moritz Barach (Dr. Märzrot) in Salzburg1). Er stand in der Salzachstadt in grossem Ansehen2) und fand auch dort Sein Grab. Auch der spätere Zionistenführer, Dr. Theodor Berzl stand eine zeitlang als junger Doktor juris beim Gericht in Salzburg und trag «ich mit dem Gedanken, in der schönen Stadt dauernd zu bleiben. Herzl erzählt3) über seine Salzburger Zeit das Folgende: * ... . 1884 wurde ich Dr. juris und trat als unbesoldeter Beamter unter Leitung eines Richters in die Gerichtspraxis ein. Ich fand Verwendung beim Gerichte in Wien und Salzburg. In Salzburg erschien mir die Arbeit anziehender; die Szenerie um die Stadt ist bekanntlich eine besonders schöne. Mein Amtszimmer war in einem alten Festungsturme gerade unter dem Glockenstuhle und täglich dreimal tönte mir das Geläute recht hübsch in die Ohren. ... . In Salzburg brachte ich einige der glücklichsten Standen meines Lebens zu. Ich wäre auch gerne in der schönen *) Zuerst im Hause des Buchbinders Bauernfeind, dann in Nonnthai, Freisaalgasse Nr. 4. *) Vgl. Dr. Heppner, Koschmin: Jüdischer Literaturkalender Feb. 14 Das ״Salzburger Volksblatt״ (v. 14. Febraar 1888 Nr. 36) widmete ihm einen herzlichen Nachruf und eia ״Gedenkblatt“ aus der Feder Rudolf v. Freisauffs (Salzb. 3Volksbl. Nr. 46 v. 25. 11. 1888). Er gründete in Salzburg den schöngeistigen Zirkel: ״Berggeister Gesellschaft1־. Über seine schriftstellerische Bedeutung siehe: Wurzbachs Biograph. Lexikon Bd. I pag. 148 u. Bd. XVI. pag. 152 v. Jahre 1867. *) In seiner ״Selbstbiographie״ vgl. Theodor Herzls zionistische Schriften herausgegeb. v. Kellner, Erster Teil (Jüd. Verlag, Beriin-Charlottenburg) S. 1617־.

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