Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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33 frühesten jüdischen Ansiedler in Salzburg: Elias Sehönbmnn ans Böhmen, Alexander Lederer ans Ungarn, Adolf Kolm ans Ungarn, Rudolf Fürst ans Böhmen, Moritz Bäck ans Böhmen. Später, bis etwa 1889, kamen hinzn: Rudolf Löwy1) ans Böhmen, Hatban Kölbl aas Mähren, Gottlieb Winkler ans Mähren, Wilhelm Stein ans Böhmen, Albert Lewi ans Württemberg nnd Moritz Klein ans Böhmen. Alles in allem also 15 Jaden mit ihren Familien. Die Gegenstände des Handels nnd Geschäfts dieser ersten Jaden waren: Antiquitäten, Häute, Kleider, Galanteriewaren, Wirk* nnd Leinen* waren. Einige betrieben Handelsagentaren und einer (Gottlieb Winkler) wirkte als Lehrer an der staatlichen Gewerbeschule zn Salzburg. Die meisten brachten es za Wohlstand, ihr Aaskommen fanden alle. Die Entwicklung der Siedlung ging nicht gar so langsam vor sich. Ende 1869 zählte man in Salzburg Stadt nnd Land bereits 42 Juden. Im Jahre 1873 aber im ganzen erst um 5 Seelen mehr, darunter 3 Soldaten2) and am Aasgang der 80er Jahre bloss etwa nocheinmal soviel. Es ist nur natürlich, dass sich der kleine Kreis in jüdischen Angelegenheiten Albert Pollak anschloss. Nichtsdestoweniger waren auch andere, so Elias Sehönbmnn und später Gottlieb Winkler mit allen Kräften um die notwendigsten Kahns* and Gemeinschaftsangelegenbeiten bemüht. So fanden die Zusammenkünfte Anfangs bei Albert Pollak, dann aber längere Zeit bei Elias Scbönbrunn statt. Die erste Thorarolle stellte Albert Pollak zur Verfügung, bald raffte sich jedoch die kleine Gemeinde zam Ankauf einer eigenen Sefer-Thora auf. Die rabbinischen Funktionen versah vorkommenden and an* umgänglichen Falls — Trauungen kamen anfangs lange nicht vor — der Rabbiner aus Linz a. d. D. — damals Dr. Frank3) — and aas Linz wurde zumeist auch das Koscherfleisch bezogen, solange die Salzburger noch keinen eigenen Schochet halten konnten. Auch die ersten Toten wurden nach Linz überfahrt, ohne aber vom Linzer Rabbinat in die Toten-Matrikel eingetragen zu werden. ף Schwiegersohn Elias Schönbranns. 2) Bericht Stadtgem. Salzb. an die Landesregierung Ackt Ldst. Regier 1428 XI. 13. und Wolf, ״Zur Salzb. Chronik“ 3. *) Später in Köln a. Rh., wo er auch starb. Jahrbuch der J.L.G. XVIL S