Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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12 auch noch darüber hinaus, der eigenartige Zustand, dass Juden, die in einem Gebiete der königlichen bayerischen Krone den gesetzlichen Schutz genossen, dennoch von der Zulassung in manchen anderen Gebietsteilen ausgeschlossen blieben. Auch Salzburg gehörte za diesen Ländereien. Jedermanns Sache konnte es jedoch nicht sein, sich in diesem eigenartigen Staatsverhältnisse zurechtzufinden. Nach der Anektion Salzburgs durch Bayern waren vielmehr manche bayerische Juden der Meinung, dass sich nun ihr bayerisches Schutzrecht auch auf Salzburg erstrecke. Sie strebten daher Handelskonzessionen für Salzburg an. Allein ihr Bemühen war aus den geschilderten Gründen vergeblich. So reichte der Schutzjude Joseph Mayr aus Ichenhausen in Bayern am 27. Dez. 1810 beim General-Kreiskommissariat za Salzburg um die Erlaubnis ein, in Salzburg einen Silber- und Galanteriewaren-Handel zu betreiben und wurde abgewiesen1). Merkwürdig ist, dass auch mit den Ansuchen solcher bayerischer Schatzjuden nicht anders verfahren wurde, die in einem bayerischen Orte lebten, der nach der Anektierung Salzburgs zum Salzachkreis geschlagen wurde, wie der Fall des Schutzjuden Joseph Muhr aus Kriegshaber beweist. Muhr, seit 8—10 Jahren als Handelsmann mit Uhren, Gold- und Silberarbeiten in Burghausen wohnhaft, bittet in seinem Gesuche vom 1. März 1811 um Ausdehnung seines Handelsschutzes auch auf den Salzburgerteil des Salzachkreises, zu welchem letzteren nach der Anektierung Burghausen ja gehörte, da er infolge des Abganges der Garnison und ״gänzlicher Verwechslung des angestellten Personals“ in Burghausen nicht mehr sein Auskommen zu finden vermag2). Wiewohl er Zeugnisse über seine Unbescholtenheit vom kgl. bayerischen Oberst Gf. v. Spanner, vom Hof kommissär des Inn- und Hausruck Viertels und vom Generalkommissär des Isarkreises Johann Schleich erbringt, und trotzdem sein Anliegen auch die Sympathie der Zentralregierung besass, wird er dennoch, über Antrag des politischen Kommissariats zu Salzburg auf Grund des ablehnenden Gutachtens der Gold- und Silberarbeiter und der Galanteriewarenhändler in Salzburg, abgewiesen s). *) Akt: ״Juden* Stadt-Archiv Handelschafts-Konzessionen 16 I 1811 (Stadt. Museum Salzburg). s) ebenda. *) ebenda.