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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 355

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 355)
Language
German
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IRI
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317 mein diesen Titel von dem lateinischen Memor abznleiten sacht, das ja auch tatsächlich dann eine sehr treffende Bezeichnung wäre. Vgl. hierüber Salfeld im Martyrologium S. XII n. 5, der an die katholischen Memorialbücher erinnert. Diese Etymologie, so nahe״ liegend sie ist, erscheint jms als unwahrscheinlich. Dass in dem Volksmund des mittelaltrigen Ghetto mit Bewusstsein ein lateinisches Wort aus der christlichen Liturgie zur Bezeichnung einer liturgischen Instilution gewählt worden und sich eingebürgert haben solle, will uns nicht recht plausibel erscheinen1). Eines ist ganz gewiss. Wenn die Bezeichnung ״Memorbuch“ für die letzten drei Jahrhunderte auch feststeht — das Mb. Pfersee bringt eine Notiz aus dem ממערבוך Mainz2) (vgl. Liste unter No. 18) —, so steht ebenso fest, dass unsere Vorfahren in diesen Jahrhunderten niemals an das Wort mfemoria gedacht haben. Ziehen wir die in unserer Liste gebrachten Titel heran: Bamberg hat ein ס* תמאמר אשר בו יאמר מדי שבת בשבת; Burgpreppach ein ס״ המאמר; Fürth-Altschul ein מאמרבוך; Georgensgemünd ein ם' מאמר; Pfersee ein מאמרבוך; Sulzbach ein מאמר בזך; Theilheim ein מאמר ,D; Veitshöchheim ein מאמר בוך; Wallerstein endlich sagt ונקרא מימר בוך למימר בתוכה. Also die einmütige Annahme, dass das Wort von dem hebr. אמר, bei Wallerstein von der talmudischen Umbildung desselben, abzuleiten sei. Allerdings reicht auch diese, mehr naive, Etymologie nicht aus, das Wort zu erklären. Der Schreiber des letztgenannten Mb. fühlt wenigstens, dass ohne Zuziehung des talmudischen Idioms offenbar der Name Mamorbuch am Platze wäre. Andere Erklärungen, wie die Ableitung von ״ ממרBetrübnis“ oder von אל מלא רחמים f&h auch Salfeld (daselbst) für falsch. Fragen wir uns nun, ganz Unbeeinflusst von dem bisherigen Titel: Welche Bezeichnung würden oder müssten wir erfinden, um dem Wesen und Charakter des Buches völlig gerecht zu werden? Die Antwort dürfte zu lauten haben, dass es nur eine Bezeichnung geben kann: Almemorbuch. Die ältesten, von Salfeld das. S. XXVI ff. gebrachten, Listen kannten noch nicht die Bezeichnung ״Mb.“ Sie waren eben nur *) Parallelen wie oren (orare) und benschen (benedicere) sind doch vielleicht mehr allgemeiner Art und nicht direkt Nachbildungen christlichkirchlicher Benennungen. 2) Auch das Mb. Fürth-Waisenhaus führt den Titel מעמר סיבקס (vgl.dort).

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