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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 350

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 350)
Language
German
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and Liturgie. Letztere besteht (vgl. 0. S. 295) nur aus zwei Stücken, die wir regelmässig auch in den Nachfolgern finden. In der Umgebung des Maharil erfolgte die Weiterbildung, und dort bald nach seinem Tod die im Wesentlichen für alle Zukunft feststehende Nekrologliste. Er, sein Lehrer und sein Schüler bilden den Ab- Schluss des nun erstarrten Nekrolog-Verzeichnisses. Die eigentliche Geburtsstunde für die Memorbücher brach zur Zeit des schwarzen Todes heran, als sich über hunderte von Qemeinden das Morden wabnverblendeter Horden ergoss. Es wurden Martyrologien der betreffenden Orte angelegt und darin auch Einzelmärtyrer, deren Schicksale besonders ergreifend waren, aufgenommen. Aber erst in der zweiten Hälfte des 15. Jbs. nach dem Tode des Maharil und der Personen seines Kreises war der feste Typ des Mb. geschaffen, der nun vom Rhein aus seinen Zug nach dem Osten begann. Die in der Zeit des schwarzen Todes (1348—50) betroffenen Orte bilden für alle Zukunft den Kern des Ortsmartyrologiums. Das Sterbejahr Isr. b. Petachias (1460) können wir als Zeitgrenze betrachten, über die kein Mb. hinausgeht. H. Das Verbreitungsgebiet des Mb, Von urdeutschem, rheinischen, Boden ausgehend blieb die Institution des Mb. auf die deutschen Landstriche beschränkt. Auf französischem Boden begegnen wir nur wenigen Vertretern in Orten, die mit dem jüdischen Rheinzentrum Beziehungen hatten. Am Rhein! sind die Gemeinden mit Mbb. am dichtesten vorhanden; je weiter! wir nach Osten kommen, desto vereinzelter sind sie. Das einzige von uns (No. 6) behandelte, auf ״polnischem“ (im Sinne des Ritus) j' Boden entstandene Mb. ist das der alten Wiener Gemeinde. Viel- '■ leicht ist es durch ״deutsches“ Vorbild veranlasst worden. Es ist auch zu beachten, dass bei ihm das deutsche Schema völlig verlassen worden. Es bat weder ein Martyrologium, noch das herkömmliche Nekrologium und unterscheidet sich auch in den liturgischen Stücken wesentlich von den ״deutschen“. Es hat z. B. auch die Matnass jad-Ordnung für Jom kippur. Besonders zahlreich sind die Mbb. in den fränkischen und schwäbischen Gemeinden anzutreffen. I. Bestimmung des Alters der einzelnen Mbb/ ln den meisten Mbb. ist das Jahr der Anlage nicht angegeben. Wenn nun auch die Einträge nicht datiert sind und man auch aus

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