Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 347)
- Language
- German
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sie sind unveräusserlicher Bestandteil, sämtlicher Mbb. geworden; wir finden sie in der Begel an der Spitze; was später ausserdem hinzugekommen, variiert und findet sich gelegentlich nur in dem einen׳ oder anderen Mb. Betrachten wir die zur traditionellen wirklichen Synagogenliteratur gewordenen Einträge des allgemeinen Nekrologiums von Mainz (0. S. 295), Gersom, die Ehepaare Säl. u. Rahel in Mainz, Isak u. Bela in Koblenz, ßaschi (Worms); Simon d. Gr. (Mainz); Jakob Tarn mit Brüdern, die in inniger Beziehung zu den benachbarten rheinischen Gelehrtenzentren standen; ferner Mei'r b. Baruch Rothenburg. — Dazu später die zum festen Bestand des Nekrologiums gehörenden: Maharil, Jakob Weil, seinen Schüler, sowie Schallum, seinen Lehrer. Die Aufnahme grade des letzteren, der uns überhaupt nur durch dieMinhagim desMaharil bekannt ist, während zahllose andere Leuchten jüdischer Gelehrsamkeit und Wirksamkeit durchweg fehlen, weist zwingend darauf hin, dass das Urmemorbuch, das grundlegend für die anderen wurde, in der Heimat des Maharil entstand. Damit kommen wir auf das Urmemorbuch selbst. Es ist das Mainzer, das von uns oben S. 295 seinem Inhalt nach kurz charakterisiert ist. Salfeld will in seiner Einleitung S. XIII f. nachweisen, dass das 1295 angelegte sog. Mainzer Mb. in Nürnberg entstanden sei. Wenn irgend ein Argument seine Hypothese erschüttern kann, d. h. wenn irgend etwas mit zwingender Sicherheit dafür spricht, dass der Fund- und Benutzungsort Mainz auch der Ort der Anlage ist, so ist es die Auswähl obiger fast durchweg nach Mainz gravitierenden Personen. Was sollte einen Schreiber in Nürnberg bewogen haben, eine rein Mainzer Liste aufzustellen? 1Warum wurden nur die besonders am Rhein populären Namen aufgenommen, warum nicht ein Mordechai, der in Nürnberg selbst lebte und in keinem einzigen Mb. erscheint? Er st. 1298 in dieser Stadt und sollte nicht nacbgetragen worden sein? Das ״Mainzer“ Mb. besteht aus drei Teilen, dem I. Nekrolog, dem Martyrologium und dem II. Martyrologium. Die beiden Nekrolöge werden von Salfeld in Stern-Salfeld ״Die isr. Bevölkerung der deutschen Städte“ S. 95ff, das Martyrologium, dem auch die oben S. 295 verzeichneten Stücke entnommen sind, in dem von uns beteits oft erwähnten ״Martyrologium des Nürnberger Memorbuches“ behandelt. Letzteres beginnt mit den Verfolgungen des