Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 345)
- Language
- German
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307 Länderliste mit גליל עליון וגליל תחתון, Es ist dies wohl ein «rein geografische, keine politische, Bezeichnung. Wir übersetzen ״Oberland und Unterland4*. Welche Landstriche gemeint sind, ist schwer zu entscheiden. Möglicherweise ist an die im Bayreath-Ansbacher Gebiet liegenden fränkischen Bezirke Ober- und Unterland za denken. Diese Vermutung wird dadurch verstärkt, dasus das im Ansbacher Gebiet liegende Schwabach (Mb. 21) diesem גליל עליון וגליל תחתון einen Sonder-Jiskor widmet. F. Die Verwendung des Mb. beim Gottesdienst. Durch die Aufnahme von Almemorgebeten und von Kasualgebeten war der liturgische Teil des Mb. in fortwährendem Gebrauch. Seit in dem letzten Jahrh. die Gebetbücher handlicher und billiger wurden, trat die rein liturgische Verwendung der Mbb. in den Hintergrund. Man benutzte in vielen Gemeinden auch bei Gebetstücken, die im Mb. figurierten, die gedruckten Tefilloth. Das Mb. tat dort seinen Dienst nur beim ״Memmern“ d. i. bei der synagogalen Rezitierung der Einträge des Nekrologiums und des Martyrologiums. Diese beiden Teile wurden in der Regel gleich bei der Uranlage auch räumlich von einander getrennt. Der Schreiber trug zunächst die Liturgie für die Thoravorlesung ein; es folgte das allgemeine Nekrologium und dann fast regelmässig ein etwa au! 100—200 Jahre zurückgehender Nachtrag des Ortsnekrologiums aus vorhandenen Listen, einem abgenutzten alten Mb. oder nach der in der Gemeinde lebendigen Erinnerung. Dann blieb ein über eine grössere Anzahl von Seiten sich erstreckender freier Raum für künftige Einträge dieses Teiles. An den Schluss kam das fertige Martyrologium, das ja als abgeschlossenes liturgisches Stück zu betrachten ist, das nie Zusätze erhielt. Die Einführung des Seelengedächtnisses für Verstorbene beim Gottesdienst, von Gemeindewegen, ist sehr alt und vorzugsweise in Deutschland verbreitet. Zur Literatur hierüber verweisen wir auf Salfeld S. IX f. Wir fügen hinzu, dass insbesondere die Verlesung des überkommenen Martyrologiums als ein deutscher und speziell rheinischer bezw. Mainzer Minhag bezeichnet wird. Der Herausgeber der Minhagim des Maharil umschreibt an den gleich zu bringenden Stellen (s. w. S. 310) die Liturgie des Memmems genau. 20»