Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 342)
- Language
- German
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304 literatur nicht zu eruieren. — Damit schliesst die ursprünglich tradierte Personenliste, durchweg der Zeit des schwarzen Todes angehörend. Im Laufe der Zeit schlossen sich zwei neue, geschlossene, Märtyrergruppen an, die Opfer aus Mecklenburg (Fulda, Oberlau־ ringen, Theilheim) und die aus der Mark Brandenburg 1510 (Burgpreppach, Fulda, Massbach, Oberlauringen). Wir verzichteten, aus Raummangel, auf ihren jedesmaligen Abdruck. Löwenstein gibt in Geigers Ztschr. I S. 196 beide Listen aus dem Mb. Minden* wir verweisen• auf sie. Im Wesentlichen stimmen unsere Verzeichnisse mit ihnen überein. Beim Abschreiben von Mb. zu Mb. ergeben sich natürlich wiederholt Fehler, so z. B. wenn die zusammengehörigen Namen von Sohn und Vater zu zwei selbständigen Namen auseinandergerissen werden. Vgl. zur Literatur Salfeld S. XXXIV. Einen beachtenswerten gesonderten Zusatz für die Brandenburger Liste bietet das Mb. Oberlauringen. Die Frau des Rabb. und גאון David in der Mark war vom brandenburgischen Regenten einem seiner höchsten Beamten, der sie ob ihrer wunderbaren Schönheit begehrte, als Gattin zugesprochen worden. Um d^r Schande zu entgehen, tötete sie sich mit ihren drei Söhnen im Schlafgemach. Eine ähnliche Episode in der Mecklenburger Liste, mit den Worten .ר אהרן ובנו הקדוש ד מיכל ואשתו ששחמה עצמה ושלשה בדה ששמה הענדלץ Ob diese Hendlin Gattin Ahron oder seines Sohnes Michel (anderwärts Jechiel) war, bleibt nach dem Wortlaut unklar. — Zwei Fürther Einträge (abgedr. von Löwenstein das. S. 274) und das Schwabacher Mb. II erwähnen die Brüder Mosche u. Jeh. Söhne des Jekuthiel, die 1596 in Warschau den Märtyrertod erlitten*, vgl. Zunz ״Synagogale Poesie“ S. 339. Der Schwabacher Eintrag nennt als drei Brüder: Mosche, Jeh. u. Jekuthiel und schreibt שמסרו עצמם על ק׳ה ומאסו בחייהם ועמדו בנסיון וקבלו יסורים קשים. Auch der wiederholt erwähnte Prager Märtyrer Menachem b. Ascher (st. 1389, Salfeld S. 378) ist hier noch zu erwähnen. Den breitesten Raum im Martyrologium aller Mbb. nimmt die Liste der Märtyrerorte ein. Auch diese haben sich von Mb. zu Mb. fortgepflanzt. Den Grundstock bildete die Ortsliste des ״Mainzer“ Mb. (vgl. 0. S. 295), deren Orte stets wiederkehren. Daneben waren offenbar noch zwei oder drei Listen aus der Zeit des schw. Todes als Vorlage vorhanden. Die von uns gebrachte alte Deutzer