Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 341)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6401-3492775- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
303 F. Das Meüorbuch als Martyrologium. Beim Worte ״Memorbuch“ pflegt vor unserem Geist der Gedanke an Leiden unserer Vorfahren aufzusteigen. Man erwartet Schilderungen von Metzeleien. In der Tat aber nimmt nicht ein einziges Mb. unserer Liste, und auch kaum ein anderes, bezug auf die Märtyrergeschichte des eigenen Ortes. Was im Mb. geboten wird, ist gleichsam feststehende, traditionelle Liturgie, von einem Mb. in das andere hinübergenommen. Selbst Gemeinden mit einstigen Judenverfolgungen nehmen nicht besondere Notiz davon; der Ort erscheint allenfalls in der Reihenfolge einer aus einem anderen Mb. übernommenen Ortsliste. Sogar Einzelmärtyrer, die von Mb. zu Mb. gehen, fehlen oft in den Mb. der eigenen Gemeinde, so z. B. die bekannten Würzburger (Goldsknopf, David) in den Würzburgern (12 u. 26). Nur in einem einzigen Mb. Anden wir einen sicheren Ortsmärtyrer (Wallerstein). Die traditionelle, meist an erster Stelle dieses Teiles erscheinende, Liste der Einzelmärtyrer ist übrigens eine sehr kleine. Diese stammen durchweg aus der Zeit des schwarzen Todes. Am häufigsten begegnen wir den Würzburger Opfern (1349) Goldsknöpf, David und, in einer grösseren Anzahl der Mbb., Jakob. (Vgl. H. Bamberger ״Gesch. d. Rabb. der Stadt u. des Bez. Würzbürg“ S. 27). Ihnen folgen an Häufigkeit der Erwähnung Eljakum aus Speyer (zuweilen zusammen mit Sam. oder Mosche), 1349; vgl. Salfeld S. 364. Ferner Jakob (der in ein Taliss gehüllt, auf dem Friedhof verbrannt wurde); er ist sicher identisch mit dem im Deutzer Mb. (vgl. 0. S. 296) bei Nordhausen genannten Märt. Jak.; in Mb. Fulda, wo das in dieser Reihenfolge gewöhnlich stehende Nordhausen ausgefallen zu sein scheint, steht er hinter Erfurt. Alle ״Jakob“ in den Mbb. sind wohl auf diesen zurückzufübren. Ein Jakob in Strassburg im Fuldaer Mb. nach Salfeld S. 366 aus dem J. 1349. Josef Thann in Mainz, Mainzer Märt, vom J. 1349 wurde von den Schreibern als Josef Tanna (תנא) bezeichnet, vgl. Salfeld S. 370. Einmal erscheint sogar, sicher durch Personenvermischung Josef und Tanna (25). Elieser ist der nach dem Deutzer Mb. 1349 in Mühlhausen Ermordete gleichen Namens (s. o. S. 296), Salfeld S. 363; Alexander kohen der in Erfurt, 1349, Hingemetzelte gleichen Namens, Salfeld S. 267. Hierher gehört wohl auch der zweimal genannte Märt. Juda S. des Märt. Issachar, der aus der Märtyrer-