Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 340)
- Language
- German
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302 angegeben wird1). So erklärt es sich, dass in Wien ein 18jähr. Jüngling, in Heidingsfeld selbst ein 4jähriges Kind in diesem Ehrensaal der Gemeinden erscheinen konnten. Auch an Einträgen ohne jede Angabe eines Grundes fehlt es nicht (No. 4 u. 8); gewohnlich handelt es sich dann um Nachträge aus zurückliegenden Zeiten, aus denen nur noch der Name der betrf. herüberklingt, nicht aber das einzelne Verdienst. Das Schema aller Einträge ist das altüberkommene, etwa in der Form יזכור אל׳ נשמת פב׳ם עם נ׳ אבד יצח' ויע׳ בעבור ש״... עם שאר צדיקים וצדקניות שבגן עדן אמן. Bei Frauen stehen oft statt der Stammväter die vier Stammütter oder neben ihnen. Ursprünglich erschienen die Einträge in kurzem, präzisen Lapidarstil; mit der Zeit wurden sie wortreicher und wuchsen sich oft geradezu zu Biografieen aus. Jedes Mb. hat seine eigene traditionelle Phraseologie. Die Schreiber schrieben in der Form ihrer Vorgänger und so gleichen sich die Jiskor für aufeinanderfolgende Rabbiner oft buchstäblich. Die Einträge erfolgten jedenfalls auf Veranlassung und im Willen der Gemeindevorsteher und werden wohl auch gelegentlich (vgl. Treuchtlingen) von diesen oder in deren Auftrag einzeln unterschrieben. In Kriegshaber finden wir eine Seite reserviert für eine Familie (Obermeier). Was die geschichtliche Verwertung des Ortsnekrologiums betrifft, so wird sie bei sehr vielen Mbb. durch einen Mangel schwer beeinträchtigt, das Fehlen der Zeitangaben bei den Einträgen. Ohne genaueste Kenntnis der Gemeinde-, oft auch der Ortsgeschichte, sind sie dann historisch fast nicht zu verwerten. Um so wertvoller sind die, ziemlich zahlreich vertretenen, datierten Mbb. Bei Nachträgen aus der Erinnerung oder aus alten Listen traten naturgemäss oft Ungenauigkeiten undPersonenverwechsliingen ein. Sie sind nur mit grösster Vorsicht zu benutzen (Beispiele in den Mbb. Georgensgemünd und Sulzbach). Die Lektüre der Jiskor bietet oft ergreifende Vorbilder von Frömmigkeit und Askese der alten Glaubenshelden. Wir haben diesbezüglich einige Einträge wörtlich abgedruckt (z. B. Marktbrei).t י) Vgl. z. B. Responsen von R. Meir Rothenburg ed. Prag No. 342 על ר' מרדכי שפסק ליתן י׳ דינר לצדקה להזכיר נשמת אמו בריזבורק und das. No. 286 להזכיר נשמת זוגתו•