Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 338)
- Language
- German
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300 E. Das Memorbuch als Nekrologmm. Dieser Teil ist bestimmt, die Erinnerung an verstorbene Personen bei der Nachwelt lebendig zu erhalten; grundsätzlich dachte man ursprünglich nur an solche, die sich bei Lebzeiten Verdienste um die Öffentlichkeit erworben hatten; doch hierüber weiter. Das Nekrologium zerfällt, in der Regel in zwei Abteilungen. Die erste nennt Namen solcher Personen, deren Ruhm in Israel, besonders in den deutschen Gemeinden, unerschütterlich feststeht und die sich durch Leben und Taten eine anerkannte Popularität bei dem ganzen Volke errungen hatten. Bei ihrer Auswähl herrscht ein, man möchte sagen, starrer Konservatismus. Die vom ״Mainzer“ Mb. (vgl. o. S. 295) gebrachte Liste wird als selbstverständlicher Bestandteil jedes Mb. aufgefasst, etwa wie das traditionelle Gebetstück eines Gebetbuches. Wir treffen sie also regelmässig an; an den ganz vereinzelten Orten, wo ein oder der andere Name aus ihr fehlt, dürfte ein Versehen vorliegen. Zur Erklärung der sieben Namen folgendes: An der Spitze erscheint gewöhnlich Sah und seine Frau Rahel, die in Mainz den' Platz für einen Friedhof erworben haben; gelegentlieh wird auch gesagt, dass sie Verdienste um ganz Israel hatten. Vgl. über, dieses Ehepaar Salfeld S. 426 (fehlen in zwei Mbb.). Das Ehepaar Isak und Bela erwirkte Aufhebung des Judenzolles in Koblenz; vgl. das. S. 290 n. 5 (fehlen in vier Mbb.). Raschi-Sal. b. Isak (fehlt zweimal). Mei'r b. Baruch aus Rothenburg, gest. 1293; vgl. das. S. 376 (fehlt einmal). Gersom, oft auch Gerson, die ״Leuchte der Diaspora“, wirkte in Mainz und st. dort 1128; das. S. 365 (fehlt einmal). Jak. Tarn b. Meir mit Bruder Sam. (u. Isak; nicht immer) (fehlen zweimal). Der Peitan Simon d. Gr. in Mainz, in der Regel mit dem Zusatz וחבריו (und Genossen), fehlt in keinem einzigen Mb. mit allgemeinem Nekrologium; Zeitgenosse Gersoms; das. S. 385. — Im Laufe der Zeit kamen noch einige Grossen zum eisernen Bestand der Mbb. Fast ebenso oft, wie obige, erscheint Jak. b. Mosche levi1), d. i. der in Deutschland besonders populäre Maharil; st. 1427. Der Name Mosche b. Jak. in drei Mbb. (2, 19 u. 25) ist vielleicht Erinnerungsfebler und sollte den eben genannten be- ג) Im Mb. Hassfurt erscheint er als J. b. M. David levi (vgl. o. 3. 272).