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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 256

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 256)
Language
German
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Ui äiich nachstehende Zeilen beitragen möchten. An zwei zeitlich und sprachlich weit auseinanderliegenden Bibelbearbeitungen soll gezeigt werden, welche Verbreitung die Midraschim gefunden haben. Ein Fragment einer altenglischen poetischen Bibelparaphrase aus dem VII. Jahrhundert1) ist ’ die erste. Dieselbe soll2) von einem anfangs ungebildeten Mönch Caedmon3) im Kloster Witby auf die Aufforderung einer Visionsgestalt zwischen 657 und 6744) verfasst worden sein. Dass zur Zeit Caedmons schon Juden in England gelebt haben, beweisen die aus dieser Zeit stammenden Verbote des Erzbischofs Theodorus v. Canterbury5) (a. 669), ״irgendwelche Feste der Juden zu feiern, ihre Osterbrote anzunehmen, einen Sklaven an sie zu verkaufen, überhaupt irgend welchen Verkehr mit ihnen zu pflegen6). Diese Verbote lassen erkennen, dass damals Beziehungen zwischen Juden und Christen auch in religiöser Hinsicht bestanden haben. An zweiter Stelle sei ein Teil der Postillae perpetuae in Vetus et Novum Testamentum des Nicolaus v. Lyra 7) (a. 1270—1349) ״des berühmtesten christlichen Exegeten des Mittelalters“ 8) behandelt, der die Midraschim systematisch verwertet, insbesondere Raschi sehr oft benutzt hat9). Am Kommentar zum Buche der Richter, der bisher noch nicht untersucht wurde, sei der Einfluss des Midrasch nachgewiesen. 1) vgl. Josef Caro Monatsschrift 1921. 1/3. 2) cf. Beda hist, eccles. IV 23 f. s) Nach Isak DTsraeli Amenities of Literature, Paris 1841 1 32 ff., der diese Überlieferung bestreitet, sei Caedmon קדמון das Anfangswort der Bibel im Chaldäischen. 4) vgl. A. Brandl, Geschichte d. altengl. Literatur, Strassburg 1908, pag. 87, s. das. d. Literaturangabe. 6) F. Beda, hist, eccles IV, 1. 6) vgl. Dr. Goldschmidt: Geschichte der Juden in England von den ältesten Zeiten bis zu ihrer Verbannung, Berlin 1886. 7) Die Biographie vgl. bei Fischer in d. Jahrb. für protest. Theologie 15. Jhrg. 1889 pag. 432 ff. vgl. Der Katholik Neue Folge, Mainz 1859 II pag. 934 ff. 8) A. H. Labrosse Sources de la Biographie de Nicolas de Lyre. Etudes Francaises XVI (1906) pag. 383. •) cf. A. Merx Archiv f. Wissenschaft! Erforschung d. A. T., Halle 1869 I 428, II 39 sowie Ztschr. f. d. alttest. Wissenschaft, Giessen 1891, 268—316, 1915, 218—245, 1916, 29—63, 1922, 300—307,

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