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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 237

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 237)
Language
German
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199 welches das Gegenteil besagt. Das erweckt den Anschein, als öb der Fragesteller dem Gefragten auf den Zahn fühlen und ihn auf die Probe stellen wollte. Der Schüler musste sich in solchen Fällen einen Verweis von dem Lehrer gefallen lassen; vgl. das. — Hier ist es auch 80 gewesen. Zuerst fragt R. Awja, wie ist in diesem Falle der דין. Als ihm R. Huna Bescheid gab, fragte er, was ist der Unterschied zwischen diesem und dem anderen ähnlich gelagerten Fall? Da könnte man mit Recht einwenden, wenn die beiden Fälle nach deiner Meinung identisch sind, dann hättest du doch gar nicht nötig gehabt die erste Frage aufzuwerfen l Ähnliches bemerkt auch der צליח z. St. Das mag auch bei der abweisenden Antwort mitgewirkt haben. Auffallend bleibt aber immerhin, warum er ihn mit den Worten עורבא סרח abgefertigt hat. Folgender Gedanke leitet uns vielleicht auf die richtige Spur. Der Rabe gilt nach einer Agadastelle als Sinnbild für den Thoragelehrten. Die Worte des Hoheliedes ״ שחרות כעורבschwarz wie der Rabe“ werden in Erubin 22a gebraucht um daran die Lehre zu knüpfen: במי אתה מוצא דברי תורה במי שמשכים ומעריב עליהן ״ בבית המדרשBei wem findest du die Worte der Thora? Bei dem der früh, am Morgen und spät am Abend bei ihnen verweilt“; denn שחורות ist ein Hinweis auf שחרית und עורב auf ערב. Rabba sagt dann: ״ במי שמשחיר פניו עליהן כעורבBei dem der sich ihretwegen Entbehrungen auferlegt, so dass sein Angesicht schwarz wird wie der Rabe.“ Das bezieht sich auf die Enthaltsamkeit im Essen und Trinken, wie מהרש״א ח׳א daselbst bemerkt; vgl. auch den Ausdruck הושחרו פניו מפני התענית Chagiga 22b und ד״ס das. Moed Katan 27a מושחרין פניהם. Ähnliche Aussprüche, die von dem Thoragelehrten Einschränkungen in Speise und Trank verlangen, gibt es mehrere. Vgl. Jahrbuch VIII Nr. XXXI meiner Beiträge. Gleichwohl muss sich auch die Enthaltsamkeit von irdischen Genüssen in mässigen Grenzen bewegen, denn das unnötige Fasten wird ebenfalls streng getadelt. Ich habe die betreffenden Stellen a. a. 0. angeführt. Das 0^8־עורב&^ darf nicht immer massgebend sein, es muss auch zu geeigneter Zeit verabschiedet werden. Das war auch bei R. Huna damals der Fall, als er von den Anstrengungen der דרשה körperlich und geistig erschöpft heimgekehrt war und eine Erfrischung nötig hatte. Er sagte daher zu dem unbe-

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