Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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- Rashi 1× ep/1002670
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192 erwähnte Stelle in Menachoth! Noch mehr, Raschi selbst in Menaehoth 61a ד״ה אשם schreibt, dass אשם der סמיכה bedarf, so dass er mit sich selbst in Widerspruch gerät! Denselben Widerspruch finden wir auch bei Tossaphoth. In Kiduschin 55 b דיה ודילמא schreiben sie ואשם אין טעון סמיכה wie Raschi in Nidda^ während sie dort gegen Raschi den Vorwurf erheben, er hätte die Stelle in Menachoth nicht genau nachgesehen! Im Pne Jehoschua und Makne wird der Widerspruch bereits bemerkt, vgl♦ auch ערוך לנר zu Nidda das. Sebachim 33a finden wir in der Gemara eine Meinung, dass bei אשם מצורע die Semicha nicht מדאורייתא sei. Ob damit eine Lösung dieser Widersprüche möglich wäre, muss hier unerörtert bleiben. Von der סמיכה selbst* sagt die Mischna Menachoth 93 a sie sei •שירי כמנוד und das wird dort in der Gemara erklärt in dem Sinne, dass wer sie unterlässt ״ מעלה עליו הכתוב כאילו לא כיפר וכיפרdem wird das Opfer zur Sühne angerechnet, aber er hat die מצוה nur unvollkommen erfüllt, לא עשה מצוד, מן המובחר fügt Raschi hinzu. Ähnlich so schreibt auch Raschi in Joma 5a: שלא קיים מצות קונו מן המובחר. An dieser letzteren Steile steht in den neueren Talmudausgaben ״ צ״ל שמקייםes muss שמקיים gelesen werden.״ Offenbar rührt diese Glosse von R. Jesaia Berlin her. Sie ist aber unverstündlich;*Raschi will doch das Gegenteil sagen, wie er sich auch in Sebachim 6 b und Menachoth a. a. 0. ausdrückt♦ Was hat ihn zu dieser Correktur veranlasst? Es scheint mir, dass er das uumittelbar vorherstehende Wort נמי in Raschi wie כמי gelesen hat — es mag in seinem Talmudexemplar so gestanden haben — und daher hat er sich genötigt gesehen es mit dem folgenden zusammenzulesen: ״ לא כיפר כמי שמקיים מצות קרנו מן המובחרer"hat doch nicht die rechte Sühne erlangt, gleich jenem, der das Gebot seines Schöpfers in vollkommener Weise erfüllt.“ Viel einfacher erscheint jedoch unsere Lesart mit dem Worte נמי, weil sie sich genau der anderweitigen Ausdrucksweise Raschis anschliesst. Jedenfalls ist die in unseren Ausgaben stehende Correktur im Zusammenhang mit dem נמי falsch und irreführend.