Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6285-3492659- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
187 scheu eine solche שריטה machen, so bekommt der Eine nur einmal Malkuth, weil er sie für einen Toten gemacht hat, der andere fünfmal, weil er seinen Schmerz über fünf Trauerfälle damit ausdrücken wollte. Das ist ein Novum, das wir anderswo und selbst bei קרחה, das dochxsonst mit שרטת übereinstimmt, nicht finden. Bei הקפת הראש והזקן in No. 181 bringt der Tur im Namen des Rambam, dass diese wegen חוקות הגרם — Nachahmung heidnischer Sitten — verboten sind, Der Tur polemisiert dagegen und meint, wir hätten kein Recht Gründe zu suchen für die Gebote der Thora, wenn sie nicht ausdrücklich angegeben sind- Für uns sind sie als מצות המלך, als Gebot des himmlischen Königs verpflichtend, auch wenn ihre Begründung sich unserer menschlichen Erkenntnis entzieht. Es ist interessant zu sehen, mit welchem Eifer R. Josef Karo das. sich bemüht den Rambam gegen den versteckten Vorwurf, der in diesen Worten liegt oder zu liegen scheint, zu verteidigen, als ob er die Verbindlichkeit der Thorageböte von ihrer Begründung abhängig machen wollte. Andererseits fühlt sich wieder R. Mosche Iserles im ד״מ bewogen gegen die Auffassung des בית יוסף Verwahrung einzulegen, dass der Tur auch nur daran gedacht haben könnte, gegen den Rambam einen solchen Verdacht zu hegen. Im vorhergehenden סימן No. 180 schreibt jedoch der Tur selbst ונדידה וקרחה על מת גם היא מחוקות העמים das Einschneiden oder KahL scheeren um eines Toten willen auch das gehört zu den heidnischen Sitten. Hier findet er die Begründung des Rambam angedeutet in den Worten der Thora: ״ בנים אתם לה* אלקיכםKinder seid ihr dem Ewigen Eurem Gottea yomit gesagt sein soll, ihr müsset euch von den verderblichen Sitten und Gebräuchen der Heiden absondern. Es liegt aber noch mehr in diesen Worten. Nicht blos negativ sondern positiv sollen sie wirken. Nicht blos Abkehr von heidnischer Sitte fordern sie von uns, sondern Rückkehr zu Gott, d. h. mit anderen Worten: Erkenntnis des eigentlichen Zweckes der Leiden. Dieses בנים אתם לה' אלקיכם ermahnt uns eingedenk zu sein des Wortes: ״ בי כאשר ייסר איש את בנו ה, אלקיך מיסרךWie der Vater sein Kind erziehen will, so erzieht dich der Ewige dein Gott.“ Das heisst: ״ אם רואה אדם שייסורין באין עליו יפשפש במעשיוWenn Leiden