Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 197)
- Language
- German
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159 Staatsgefängnis der Stadt Tabavistan geworfen wurde. Es handelt sich jedoch hier nicht um die bekannte Provinz Tabaristan, sondern um das berühmte Staatsgefängnis Tabarik auf einem Hügel im Norden der Stadt Ray, welches im 11. Jahrhundert erbaut und von den Mongolen 1192 zerstört wurde1). ״Von diesem Gebirge nach Hamadan ist es eine Reise von zehn Tagen.“ Adlers Ms. allein gibt die Entfernung mit zwanzig Tagen an. Ich halte aber die zehn Tage für richtiger, denn von diesem Gebirge, dem der Assasinen, läuft in zehn Tagen eine Strasse zu den Gräbern Mordachais und Esthers in Hamadan, während zwanzig Tage von Amadia aus kaum genügen würden. Von Hamadan nach Tabaristan, der Burg Tabarik bei Ray, ganz in der Nähendes heutigen Teheran, kann man nicht in vier Tagen kommen, sehr wohl aber von dem unbekannten Heimatsorte unseres Informanten. Von der Burg Tabarik bei Ray kommt man auch auf der grossen Reichsstrasse, wie er angibt, in sieben Tagen nach der Hauptstadt Isfahan2). Wir haben also gefunden, dass bei einer richtigen Lesung die Zeitangaben unseres Reisenden ausserordentlich genau sind. Die weiteren Angaben sind bisher gänzlich unverständlich geblieben. Man kann nach der Adlerscben Übersetzung keine Reisewege festlegen. Von Isfahan auf der grossen Reichsstrasse nach ״Schiras, der festen Stadt in Favs" in vier Tagen zu reisen ist ganz ausser Frage. Ebenso unmöglich ist es von dort in sieben Tagen nach Chiva, oder wie allein Adler lesen will, Gaznab, zu kommen. Gaznah liegt in Afghanistan und war die grosse Handelsstadt an der Strasse nach Indien. Es liegt aber kein Grund vor nicht Chiva zu lesen. Wir müssen nun zunächst einmal feststellen, welche Absichten unser Reisender mit seiner Aufzeichnung hatte. Für mich ist es ganz klar, dass er das zweite grosse Judensiedlungsgebiet beschreiben wollte. Er erhielt diese Angaben von ״Juden aus Nischapur, jetzt in Persien wohnhaft." Wie bei der vorhergehenden Beschreibung, geben diese Informanten ihre Routen von ihrem *) Strange p. 216 und Adler p. 55. 2) Martinet, Reisetagebuch des R. Benjamin, Bamberg 1858 p. 22 gibt sogar zehn Reisetage an.