Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German
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157 hintereinander ab und brachten dadurch einen ganz falschen Sinn hinein. Nachrichten erhielt der Rabbi über zwei grosse unabhängige Judensiedlungen in Persien. Diese bestehen aus vier jüdischen Gemeinden unter dem Schutze der Assasinen1)? an die sich die Beschreibung der anstossenden kurdischen und persischen Gemeinden schliesst und der Gemeinden im und östlich des Gebirges von Nischapur. Er gibt für diese Ansiedlungen ganz ausgezeichnet genaue Angaben. Seine Beschreibung beginnt: ״Rudbar ist drei Tage weit davon entfernt.״ Für die bisherigen Erklärer war es nicht Zweifelhalt., dass dieses ״davon״ sich auf das Grab Daniels bezöge und dieses Rudbar das Rudbar einige Tage nordwestlich von Susa* *) sein müsse. Rudbar ist in Persien ein sehr häufiger Name. Viele frucbtbare Flussniederungen tragen ihn. Unser Rudbar liegt jedoch weit im Norden. Der Rabbi beginnt hier mit der Beschreibung des Siedlungsgebietes der unabhängigen Juden im Gebirge der Assasinen und statt des ״davon״ hat wohl einmal im Originalms. gestanden ״von meinem Heimatsort“. Der spätere Abschreiber hat dieses vertauscht, um den Eindruck zu erwecken, R. Benjamin hätte den Weg selber gemacht. Die Nachrichten über dieses Gebiet hat er wohl von einem dortigen Juden erhalten, denn die Zeitangaben beziehen sich zum grössten Teil auf den unbekannten Heimatsort dieses Informanten, der im Gebirge ganz in der Nähe des Bergschlosses Alamut gelegen haben muss. Drei Tage von diesem ״Heimatsorte״ liegt Rudbar am linken Flussufer des Schah Rud3). Dieser Fluss ist ein Nebenfluss des Safid Rud und hat seine Quelle im Gebirge der Assasinen. Er trennt diesen Gebirgsdistrikt von dem Rudbardistrikt, der sich zu beiden Ufern des Schah Rud in der Provinz Tabaristan hinzieht. 1) Strange, p. 218, berichtet von unabhängigen Gebirgsdistrikten inDaylam. ג) Rawlinson a. a. 0. p. 85. R. hält Zohab oder Holwan für Assur. Amadia falsch geschrieben Amaria hält er für Namen des Hulwandistriktes, Nahrawan für Sirwan verschrieben und in dieser Art weiter. Lösungen für R. Benjamin ganz unbrauchbar. *) Guy le Strange, The lands of the eastem Calipbate, London 1905 p. 220.