Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 192)
- Language
- German
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154 Nach der Tradition sind hier viele Propheten begraben, und die umliegenden Gemeinden werden wohl, wie es überall noch heute in der ganzen Welt üblich ist, die Pilger zu allen möglichen Orten geführt haben, um sie auszubeuten, denn R. Petachia batte eine Liste von ungefähr 550 Weisen, die hier begraben sein sollten. Nach dem Besuch dieser Gräber begab sich R. Benjamin nach Kufab. Den Gräberbeschreibungen R. Petachias, Ausgabe Beniscb, folgt die schon vorher bemerkte Angabe, ״hier ist Esra, der Schreiber auch begraben“, während Carmoly von einer Synagoge Esras spricht. Dieses Grab ist sicherlich ein Abschreiberirrtum, denn ausdrücklich bemerkt der Aufzeichner einige Seiten später: *Von dort (meiner Annahme nach von Hillah) ging er nach Osten in sechs Tagen zum Grabe unseres Herrn Esras, des Schreibers״. Weiterhin berichtet das Ms., dass R. Petachia von dort, dem Grabe Hesekiels also, zurückkehrte und in zwei Tagen nach Nehardea ging. Uns ist bekannt, dass Nehardea, das arabische El Anbar, an der Mündung des Nähr Isa, zwei Tage westlich von Bagdad liegt. Meiner Meinung nach ist R. Petachia auf der bequemen grossen Karawanenstrasse nach Bagdad zurückgeritten und von dort aus auf der grossen Strasse in zwei Tagen nach El Anbar gezogen. Er beschreibt Nehardea als ein drei Tage grosses Ruinenfeld, welches jedoch noch in einem Teile der zerstörten Stadt eine kleine Gemeinde besass. In diesem ausgedehnten Gebiete wurde ihm auch auf dem linken Ufer des Euphrat die berühmte Synagoge Schafjathib gezeigt, die ohne Dach in Ruinen lag. Von dort kehrte er nach Hillah zurück, das sein Schreiber in Millah verwandelt hat. Er sMzt, jedoch hinzu, dass hier der Rabbi Meir der Mischnah begraben liegt, den R. Benjamin in Hillah ebenfalls beschreibt. R. Benjamin haben wir in Kufah verlassen. Von dort wanderte er am Flusse aufwärts in eineinhalb Tagen nach Sura dem alten Mata Mehasya, dem ersten Sitze des jüdischen Königs der Gefangenschaft und der berühmten Talmudschule. Irgendwo am Nähr Sura muss es gelegen haben, wahrscheinlich an der Djisr Sura, der Brücke über den Nähr Sura. Den genauen Lageort kennen wir trotz Edrisi und anderen nicht1). Zwei Tage von dort traf \ ») Asher 11 S. 147.