Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 191)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6251-3492625- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
m Unsere beiden Reisenden besuchten da» angebliche Haus und die Synagoge Daniels, den berühmten feurigen Ofen und den Palast Nebukadnezars. In derselben Weise werden noch beute die jüdischen Pilger geführt1 2). Von dort zogen beide nach Hillah, welches eine grosse Oemeinde besass. Von Hillah führte der Weg über den berühmten Turm von Babel, dem Birs Nimrud, nach dem kleinen Orte Kaphri, besser Kafr, welches hebräisch, aramäisch und arabisch Dorf bedeutet, mit dem Grabe des Rabbi Isaak Napacha. Ganz in der Nähe Kaphris am Einfluss des Khabur in den Euphrat liegt das berühmte Grab Hesekiels, von dem sie beide eine genaue Beschreibung geben und das heute noch ein wichtiger Wallfahrtsort ist. Heute liegt jedoch der kleine Ort um das Grab herum und wird Kabr Kifil Grab Kifils*) genannt. Kifil bedeutet *Bürgschaft״, weil nach der Tradition hier der Prophet Hesekiel Bürge für die verfolgten Juden war. Buckingham 3) nennt das Grab Hesekiels Riff e! Jebuda und erwähnt auch das Grab des Napheus. Doch ist er nicht über Birs Nimrud hinausgekommen, sein Bericht also sehr zweifelhaft. Eine halbe Meile vom Grabe Hesekiels entfernt liegen nach dem Berichte R. Benjamins unter Kuppelgräbern, jeder einzeln für sich, die drei Männer aus dem feurigen Ofen: Hananiab, Michael und Asariah, und R. Petachia erwähnt, dass er sie hier auf der anderen Seite des Euphrat fand. Ganz in der Nähe 8011 noch das Grab Baruchs ben Neriah liegen, das wohl Benjamin II bei Kifil auf dem Wege von Hillah sah. Von dem Grabe Hesekiels drei Meilen entfernt nennt R. Benjamin4) Kotsonath mit 300 Juden und 4 Synagogen mit Gräbern jüdischer Gelehrter. Ich lese Kuzunat, und in dieser Entfernung liegt heute noch ein Teil Kuzna, der wohl mit dem genannten Orte übereinstimmen wird. Beide Reisenden nennen das Grab Nahum des Elkoschiten, welches heute in der Nähe Mossuls bei El Kosch gezeigt und verehrt wird bei Ain Siphta, vielleicht dem Teil Siffra. *) J. J. Benjamin II, S. 117. 2) J. J. Benjamin S. 120. a) Travels in Mesopotamia, London 1827 Bd. II, S. 293. ף Adler S. 45.