Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 190)
- Language
- German
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Mornäcker und Dattelpalmen berühmt waren. Hier muss der erste ungenannte Bastplatz Benjamins gewesen sein. Das nächste Hindernis war der Nähr Guza (Kutha), der bei der grossen Doppelstadt Gufca Rabbah und Guza־at־tarik gekreuzt wurde. Nach der mohammedanischen Tradition soll dies die biblische Stadt Kutah (2. Könige XVII) sein, wo Abraham von Nimrod in den feurigen Ofen geworfen wurde. Dieser Ort ist der unbekannte Platz Gazigan mit dem Grabe Rabbahs1), und ich lese in dem unvokalisierten Texte nicht Gazigan, sondern arabisch Guzagen d. h. die beiden Guza, eine Lösung, die dem Lageorte und Namen nach stimmt. Besen oder Res-eni ist ein ganz allgemein wiederkehrender Name. Ungefähr 18 solcher Orte an Kanälen sind uns bekannt2). Diese Stadt muss auch das Polos (Pilusch) des Petachia mit dem Grabe des Brosak sein. Bis hierher konnte er zu. Pferde in einem Tage kommen und von hier aus mit seinem bewaffneten Gefolge die Buinen Babylons besuchen. Er gebrauchte dazu sehr wohl diese bewaffnete Begleitung, da hier wie noch heute, Haramim d. h. Diebsgesindel, herumstreifen. Diese Beduinenräuber haben ihre unzugänglichen Schlupfwinkel in den grossen Euphratsümpfen. Wer einmal dieses gelbgrüne malariäverseuchte Gesindel gesehen hat, braucht nicht nach einer Erklärung für die Beschreibung Petachias zu suchen dass die Diebe grün wie Gras aussähen. Von Guzage^n brauchte auch R. Benjamin eine Tagereise nach Babylon. Ganz in der Nähe, eine Meile von den Ruinen entfernt, beschreibt er eine jüdische Gemeinde von 3000 Seelen, die zu viel Zweifeln Anlass gegeben hat. Aber auch diesen Zweifel vermag ich zu lösen. Eine Tagereise südlich von Guza lag am Nähr Abu Raha8), Kanal der Mühle genannt, der vom Euphratarme Nähr Sura abzweigt, eine grosse Stadt Kasr Ibn Hubayrah. Hier führte die Pilgerstrasse über die Schiffsbrücke Djisr .Sura nach Kufah. Dieser Ort war die grösste Ansiedlung zwischen Bagdad und Kufah mit vielen Märkten und grosser Judengemeinde, wie wir durch Mukaddasi3) erfahren. *) Adler S. 42. * *) Dict. Bibi. Edinburg. *) Le Strange S. 70/71.