Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 188)
- Language
- German
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186 fischen wie in Urfa und einer kleinen Moschee mit einem Scheck, während Sachau einige Jahre früher hier nur Ruinen sah. Es ist sehr wahrscheinlich, dass R♦ Petachia zu diesem Wallfahrtsort gezogen ist und seinen Weg über die grossen Judengemeinden von Rakka und Kalat Jabar genommen hat, die beide auch von R. Benjamin genannt werden. Ich übersetze dieses Hamath * *), welches Festung oder Zitadelle bedeutet, mit Kalat Jabar. An diesem Punkte musste R. Petachia den Euphrat auf dem Wege von Mesopotamien nach Syrien überschreiten, für ihn also ein sehr bemerkenswerter Ort. Der vorher beschriebene Weg des R. Petachia io Mesopotamien stellt den Versuch einer Erklärung dar, soweit wir dem unklaren Reisebuche seines Aufzeichners oder Abschreibers folgen können. Ich weiss jedoch, dass meine Reisewege R. Benjamins und Petachias in den angegebenen Zeiten geographisch ausführbar sind, während ihre früheren Erklärer seit einem Jahrhundert dem Ms. ratlos gegenüber standen oder Routen festlegten, die jedem Landeskundigen ungangbar erscheinen mussten. R. Benjamin benutzte, wie wir gesehen haben, den Euphratweg, während R. Petachia den Tigris abwärts reiste. Südlich Bagdad haben jedoch beide ziemlich dieselben Wege. Aus der Art und Zeit des Reisens sehen wir hier wieder, dass R. Petachia reich und angesehen war, während wir dieses von R. Benjamin nicht annehmen können. R. Petachia war mit dem grossen Passe des Hauptes der Jaden2) versehen und wohin er kam, wurde er gefürchtet und erhielt zu seinem Schutze eine bewaffnete Begleitung von 50 Mann. Er reiste wahrscheinlich zu Pferde auch viel schneller als R. Benjamin, der die gewöhnlichen Tagesmärsche von einem Halteplatz zum anderen zurücklegte. Beide Reisenden wollten die Prophetengräber und die berühmte Stadt Babylon besuchen. Von Bagdad aus führt die grosse Pilger- Strasse über Hillah und Kufah. Zur Zeit unserer Reisenden waren die grossen Bewässerungskanäle noch im Gebrauche, die nur an ganz bestimmten Stellen auf Brücken überschritten werden konnten. י) Hastings, Dictionary of the Bible, Edinbg. 1899, Bd. II, S. 289. *) Benisch S. 23. .