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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 183

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 183)
Language
German
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145 Wie kam er jedoch nach Gezireh? Sein Anfzeichner nennt Hassankef zwischen Diarbekr und Gezireh. Wir wissen nur, dass er in Chazaria war. Er wird sehr wahrscheinlich, wie viele andere, von dem Krimhafen Sudak*) nach Trapeznnt, dem damaligen Haupthandelshafen gefahren sein. Hier sassen die arabischen Kaufleute und ihre Agenten, nm die Waren Europas weiter nach Süden zu bringenl 2 *). Die grosse, uralte Poststrasse führt von Trapesunt über Baiburt- Erserum nach Musch. Von dort konnte er bequem die Gebirgspasse westlich oder südlich der Stadt übersteigen, da er, wie ich später beweisen werde, im Sommer gereist sein muss. Durch diese Pässe kam er in die Chulp oder Talori Su Flusstäler und konnte so die grosse Judensiedelung Mejafarkin, das alte Martyropolis ®) besuchen. Dort wurde in einem Behälter bei der Synagoge eine Reliquie von Josua, dem Sohne Nuns, aufbewahrt, zu dem man von weit her wallfahrtete. Der Chulp Su und Talori Su vereinigen sich zum Batman Sn, der oberhalb Hassankef in den Tigris mündet und für Flösse schiffbar ist. Wäre der Babbi von Musch nach Bitlis aaf der Poststrasse weitergezogen und hätte den Bitlis Su benutzt, so wäre er unterhalb Hassankefs auf den Tigris gestossen. Mukaddasi4) gibt als Hauptpoststrasse den Weg über Bitlis- Madan-Mesjid-Oways-Arzen nach Mejafarkin mit drei Tagen an. Von dort liegt eine Tagereise entfernt Diarbekr, von dem heute meistens die Keleks abfahren. Jedenfalls ist der R. Petachia wohl mit einem Kelek bei Hassankef vorbei nach Gezireh gefahren. Ich habe keinen Zweifel über die Reise nach Gezireh, da uns ausdrücklich berichtet wird, er habe auf dem Wege nach Nisibin die Berge des Ararat zur rechten Hand gehabt. Wäre er über Diarbekr gezogen, so hätte er sicher den bequemen Weg über Mardin nach Nisibin genommen und wäre dann der Route Benjamins über Gezireh nach Mossul gefolgt. l) Yule, The book of Ser Marco Polo, London 1903 Bd. I, S. 3. *) Le Strange S. 136. •) S. 112. 4) A. Sprenger, Die Postand Reiserouten des Orients, Leipzig 1864 S. 106. Jahrbuch der J. L, G.^XVI. 10

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