Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 182)
- Language
- German
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144 denen immer zwei sich gegenüber ständen. Die Arche Noah, die jedoch zerfallen und verschwunden wäre, soll hier gestrandet sein. Sein Ms. gibt allerdings später den Lageort fünf Tage von Bagdad an, doch ist dieses sicher ein Abschreiberirrtura und müsste fünfzehn Tage wie die Reisedauer von Mossul heissen. Diese Örtlichkeit kennen wir schon durch Rabbi Benjamin1), der erzählt, dass Gezireh am Fusse der Berge des Ararat liege und die Arche Noah vier Meilen von dort gestrandet wäre. Zu seiner Zeit wäre die Arche noch erhalten gewesen. Auch nach dem Koran2) wird der Ararat hierher verlegt. Am Fusse des Berges halbwegs zwischen Sacho und Gezireh liegt Kariyat et- Thamanin, das Dorf der 80 Gefährten Noahs, welche sich hier nach der grossen Flut ausiedelten. Bei meinem Aufenthalt in Sacho wurde mir dort von den Juden der Ararat gezeigt, der von den Kurden Djebel Djudi genannt wird und den man mit viel Fantasie wie R. Petachia beschreiben kann. Das Wort ״Ararat“ wird im Targum Onkelos mit Turi Kardu (kurdisches Gebirge) übersetzt. Der jüdische Reisende Jos. Israel gen. Benjamin II.3) bekam hier sogar 1845 noch ein Stück der Arche als Reliquie und erzählt von Festen, die am Landungsplätze gefeiert werden sollen. Jedenfalls gewinnen wir durch diese Notizen einen Anhalts* * punkt. Nisibin und Hassankef werden genannt. An den Ausläufern des Ararat des Djebel Djudi liegt Gezireh Ibn Omar mit jüdischer Gemeinde und von dort wanderte er zwei Tage in die entgegengesetzte Richtung, d. h. er hatte die Berge zur linken Hand. Es ist wohl kaum zu bezweifeln, dass er zu dem zwei Tage entfernten Sacho, südlich des Djebel Djudi, mit seiner grossen Judengemeinde, die heute noch dort wohnt, gewandert ist. In acht Tagen zog er nach Nisibin, die hohen Berge des Ararat zur rechten Hand. Sein Weg führte ihn sicher von Sacho über Gezireh nach Nisibin, eine Reise, die vor ihm auch R. Benjamin und 1880 Sachau zurücklegte. ף Adler S. 33. *) Le Strange S. 94. י) J. J. Benjamin, Acht Jahre in Asien und Afrika, Hannover 1858 S. 65.