Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 181)
- Language
- German
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143 Karte Inselstadt Gibbe genannt. Aber auch dieser Ort ist keinesfalls das uns bekannte Pumbedita in Nehardea. Durch einen gleichzeitigen jüdischen Reisenden, Rabbi Petacbia aus Regensburg1), der wohl um 1180 dieselben Gegenden besuchte, können wir die Angaben Rabbi Benjamins zum Teil nachprufen. Es ist besonders zu bedauern, dass auch hier das Original des R. Petachia verloren gegangen ist und wir nur nach einem Aufzeichner seine Reisebeschreibung besitzen, denn in Petachia2) finden wir einen ausgezeichneten geografischen Beobachter, wie wir später sehen werden. Sein Abschreiber hat leider ganz willkürlich Erzählungen aneinandergereiht, während er Aufstellungen von Orten und ihren Entfernungen fortgelassen bat, wie er naiv berichtet. Wir sind deshalb gezwungen, aus uns ganz verschiedenen Absätzen seine Reise in Mesopotamien zusammen zu stellen. Wir erfahren nur, dass er in der Krim (Chazaria) war und von dort in das Land Togarma3), welches von Mohammedanern bewohnt war, reiste. Die Togarmim sind die Seldschuken, wie wir auch durch Benjamin4) wissen. V<fn dort zog er in das Land des Ararat. *In acht Tagen zog er nach Nisibin, die hohen Berge des Ararats zur Rechten.״ Nach einem Einschiebsel über die Bewohner der Krim erzählt der Verfasser, dass R. Petachia im Lande des Ararat in den Bergen bis nach Nisibin und Chosen Capha gekommen wäre, dem heutigen Hassan Kef am Tigris zwischen Diahekr und Gezireh. An den Ausläufern der Araratberge wanderte er zwei Tage in die entgegengesetzte Richtung, während er von Nizibin nach Mossul (Neuniniwe), drei Tage gebrauchte. Von den Bergen des Ararat erzählt er später5), dass sie sehr hoch seien. Ein hoher Berg läge zwischen vier kleineren, von 1) Dr. A. Benisch, Travels of Rabbi Petachia of Ratisbon mit Kommentar von W. F. Ainsworth, London 1856. 2) Beazley II. S. 265 beschreibt ihn zu Unrecht auf Grund dieser Mas* als schlechten Beobachter. s) Benisch S. 7 und 9. 4) Adler S. 13. ״) Benisch S. 49.