Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 179)
- Language
- German
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141 Als nächster Punkt seines Reiseweges wird, fünf Tage von Anbar entfernt, Hadara genannt. Alle seine Erklärer sehen hierin die Stadt des Sonnenheiligtums El Hadr. Asher (II. S. 135) schreibt Chardah, Adler (S. 35) Hadara. Aueh Ritter1) ist von dieser Auslegung überzeugt2). Ich halte sie aber für einen Irrtum, der aus dem ßleichlant des Ortsnamens entstanden ist. Diese Stadt, die weit im Norden bei Mossul liegt, war bereits 363 n. Chr. beim Durchzug der Römer unter Jovian verödet. Den Versuch einer Neubesiedelung Hatrafs im 12. Jahrhundert und die Auffindung einer undatierten hebräischen Inschrift als Beweis für die grosse Judengemeinde zu Benjamins Zeit zu nehmen, scheint auch Ritter3) unwahrscheinlich. Der gelehrte Rabbi war seinen Zeitgenossen, die sich durch Probe und Nachfrage von der Richtigkeit seiner Angaben überzeugten, als glaubhaft bekannt4). Hier in Hadara nennt er die drei Häupter der Gemeinde und die Anzahl der jüdischen Bewohner. Er sagt ausdrücklich, dass der Weg von Hadara nach Okbara oder Akbara zwei Tage in Anspruch nimmt und man von hier in zwei Tagen Bagdad erreicht. Alle diese Angaben stimmen genau. Okbara5) ist uns zwei Tagereisen nördlich Bagdads am Tigris bekannt. Hadara soll nach den Angaben des Rabbi von Okbara zwei Tage entfernt sein. Dies könnte nur Samarra sein und ich bin fest überzeugt, dass R. Benjamin nicht nur diesen Ort gemeint hat, sondern dass auch seine Namensangabe stimmt. Das grosse gewundene Minaret Samarras bietet eiae weithin sichtbare Landmarke, auf die jede vom Euphrat kommende Karawane zumarschiert. Hier war die Brücke über den Tigris und dieser westliche Brückenkopf wurde im Mittelalter ״Karthara“ genannt5). ף Bd. 10 S. 257—268. 2) Die Routenerklärung Leie weis, Geographie du moyenäge, Breslau 1852 Bd. 4 S. 51 ist voller Irrtümer. Er verlegt trotz seiner Kenntnis arabischer Geographie Okbara an den Euphrat. 3) Bd. 11 S. 467 und 492. 4) Adler S. 2. 5) Sarre-Herzfeld Bd. 1, S. 60—64, Schwarz, Dr. Paul, Die Abbasiden- Residenz Samarra, Leipzig 1909 S. 38. °) E. Herzfeld, Untersuchungen über die historische Topographie der