Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German
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132 gesetzt ist. Iu allen palästinischen Formularen wurde jedoch auch dieser Terminus aufgenommen. Der Hauptterminus für ״scheiden“ war in Babylonien der Ausdruck פטר♦ Während die Palästinenser, die nur hebräisch sprachen, dieses Wort im biblischen Sinne als ״vom Dienste befreien“ brauchten, wie im I. Chr. 9, 33 und II. Chron. 23, 8, oder im Sinne von ״sich entfernen“ wie in I. Sam. 19, 10; wurde das Wort von den Babyloniern als Terminus für ״scheiden“ gebraucht. R. Nathan, der Babylonier, erklärte darum den Ausdruck פטרוה für einen gültigen Ausdruck — im Gegensätze zur palästinischen Baraitha, die es als ungültig erklärt (Gittin 65b). Aus diesem Grunde fehlt auch das גט פטורין in dem Kernpassus des R. Jehuda im Mischnatexte des Kod. München (ed. Strack 228 b), des Alfasi ed. Vened. 1522, sowie in dem des jer. Talmud. Vgl. auch Tos. z. Mischna 9, 3). Aber auch in Babylonien scheint man in talmudischer Zeit neben aramäischen Formularen zweisprachliche Formulare gebraucht zu haben. Samuel der jüngere Zeitgenosse Rabs und Oberrichter des Exils in Nehardea erklärte den Passus הרי את מותרת לכל אדם als Grundbestandteil des Scheidebriefes, der erst nach erteiltem Aufträge von dem Manne geschrieben werden darf (Gittin 26b). Allmählich wurde die hebräische Sprache ganz verdrängt und auch der zitierte Passus in den meisten Scheidebriefen weggelassen. Der älteste, uns erhalten gebliebene, rein aramäische Original- Scheidebrief ist aus dem Jahre 1020, aus Fostat, Egypten. Derselbe lautet1): בשבא דהוא עשרה יומין לירח. ..... דשות אלפא ותלת מאה ותלתין וחרא [שנין למניי]נא דרגילנא ביה בפאסטאט [מצרים] רעל נילוס נהרא מותבה אנא קד. וכל שום דאית לי צביתי... [ברעות נ]פשי כד לא אניסנא ופטרית [ושבק]ית ותרוכית יתיכי ליפי אנתי ..... בת סעדיה וכל שום דאית ליך . [דהות] אנתתי מקדמת דנא וכדו סטרית ג) Statt 12 bat er 16 Zeilen und weicht auch in anderen Einzelheiten von unserer Schreibart ab.