Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 168)
- Language
- German
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130 Audi sonst sind hebräische Zitate aus hebräischen Eheverträgen nicht seiten, die alle aus Palästina stammen1). Mit Hillel und seinen babylonischen Zeitgenossen scheint auch die aramäische Sprache an Verbreitung gewonnen zu haben. Im letzten Jahrhundert vor der Zerstörung Jerusalems waren schon manche Geräte im Tempel mit aramäischen Inschriften versehen2). Hillels Enkel, der Patriarch Rabban Gamaliel schrieb seine Botschaft *über die Bestimmung des Neumondes an die Bewohner Ober- und Untergäliläas in aramäischer Sprache3). Aber erst nach der Verlegung der Hochschulen nach Galiläa, wurde die aramäische, eigentlich ostsyrische, Sprache zur Volkssprache. Es war dies um die Mitte des zweiten Jahrhunderts n. u. Z. Dieser Zeit gehörte R. Jehudah an, der den aramäischen Schlusspassus des Scheidebriefes als den Kernpunkt (גוגוו של גט) des Scbeidebriefes bezeichnete4). Das Bedürfnis nach zweisprachischen Scheidebrief-Forraularen entstand zunächst ohne Zweifel in Babylonien. Dort sprachen, wie aus einer Boraitha hervorgeht, die Schriftgelehrten zur Zeit R. Nathans, des Babyloniers, um die Mitte des zweiten Jahrhunderts, hebräisch und aramäisch (vgl. Gittin 65 b und Raschi5) z. St.), während ihre palästinischen Kollegen nur hebräisch sprachen. Dasselbe Verhältnis war wohl auch in Galiläa vorherrschend. In diesen zweisprachigen Ländern machte sich das Bedürfnis geltend, die wichtigsten Bestandteile des Scheidebriefes in beiden Sprachen zu schreiben. Der Scheidebrief sollte womöglich auch den entferntesten Zweifel ausschliessen, sollte בכל לשון של זכות geschrieben sein. Der Ehebund war ihnen so heilig, dass sie bei dem Dokumente, welches das Familienband zerreissen sollte, die Sprache und Mundarten aller Länder und Provinzen, die von Juden bewohnt waren, berücksichtigen, alle Formen, die der direkten an die Frau *) Ketbob. 9, 1. 5. 6; 12, 2; Tos. Jebam. 2, 1 (242, 16) u. a. m. Eine hebräische Kethuba hat A. Berliner ediert in שריר מעיר S. 3 im רף׳ hy ♦קבץ י) schekaiim 6, 6:תקל,[ חדתי! ותקלין עתיקין. *) Sanhedr. 11b; Tos. Sanhedr. IX. 4) Gittin 1$, 3: ודן רי יהוי ליכי מנאי ספר תחכין ואגרת שבוקין וגט סטורין למהך להתנסבא לכל גבר דתצבייין. ״« פעמים מספרים בלשון ארמי ופעמים בלשון עברי(* •> Gegensätze zum Palästinenser:דבל סיפורו לשון עברי, י