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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 166

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 166)
Language
German
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128 רדידי את מותית לכל אדם, während er im karäisehen Formular מגורשת ממני ומשלחת מאתי ומוצאת מתחת ידי ומרשותי lautet. Dass aber auch diese Ausdrücke in den althebräischen Formularen noch in talmudischer Zeit gebräuchlich waren, geht aus den Worten Samuels, des Oberrichters des Exils (Kiddusehin 5 b) hervor. וכן בגירושין נתן לה ואמר לה הרי את משולחת הרי את מגו רשת הרי את מותרת מכל אדם הרי זו מגורשת. In dieser talmudischen Überlieferung werden die zwei Termini מגרשת und 1משולחת) nicht nur als gültig erklärt, sondern auch dem הרי את מותרת der Mischna vorangesetzt. Ohne Zweifel, weil die ersteren der biblischen Zeit angehören, während der Terminus מותר ein rabbinischer Ausdruck ist. Die dritte Formel הרי את מוצאת zählt Samuel nicht zu den gültigen Formeln, wohl mit Rücksicht auf die Tradition (Gittin 65 b), die den Ausdruck הוציאוה als Auftrag des Mannes ungültig erklärt. Die Formel הרי את מוצאת bedeutet eben nicht eine Trennung der Personen, der Ehegatten, sondern eine räumliche Entfernung der Frau, wie denn auch in der heiligen Schrift ויצאה mit מביתו verbunden ist (Deut. 24, 2). Auch in dem karäisehen Formular wird ומוצאת mit מתחת ידי ומרשותי verbunden und muss als Erweiterung der anderen zwei Termini משלחת und מגורשת die in Verbindung mit ממני und מאתי den eigentliehen Verzicht des Gattenrechtes auf die Frau aussprechen. Dieser Kern und Hauptpassus des hebräischen Scheidebriefes unterscheidet sich von der hebräischen Formel der Mischna und Samuels durch die Nennung des Namens der Frau und durch den Zusatz: ״die du bisher meine Frau gewesen,“ der wohl einer späteren Zeit angehört. Die Nennung des Namens ist nach der Ansicht der mittelalterlichen Dezisoren nicht unbedingt erforderlich. So bemerkt Jesaia di Trani (תום׳ ריד zu Gittin 85 b in der Wilnaer x) Blau, Die jüd. Ehescheidung und d. jiid. Scheidebrief (S. 39) findet die Formel הרי את משולחת »ungewöhnlich“. Sie ist aber nicht ungewöhnlicher als מגורשת, da ja das Wort שלח lu der Bibel oft für ״scheiden4 gebraucht wird (vgl. Deut. 24, 4; Jes. 50, l und Jer. 3, 8). Blau verweist wohl mit Recht auf ״ בת משולחתdie Tochter einer Geschiedenen4 in Nidda 69 b; hat aber das תועבה missverstanden. Das Wort תעב heisst weder nach dem Talmud nooh nach Raschi ״scheiden“. Eine geschiedene Frau wird nur תועבה, wenn sie der erste Mann zurückheiratet, nachdem sie einem anderen als Frau angehört hat Vgl. היא תועבה ln Jebam. 11b und 44 b.

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