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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 151

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 151)
Language
German
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113 ״Der Handwerker gewinnt ein Eigentumsrecht an dem gefertigten Gegenstand durch die Verbesserung des Gerätes.״ Es ist also hier keimhaft und zwar in praktischer Beziehung der Gedanke der Produktionsgemeinschaft ausgesprochen, ein ganz moderner sozialer Gedanke. Vom Lohn des Arbeiters heisst es, dass er dem Arbeiter nicht vorenthalten weiden darf. Noch am Arbeitstag sollst du ihm den Lohn geben; denn nach ihm sehnt sich seine Seele, und um seinetwillen setzt er sein Leben ein. Vielleicht darf man zum Erweis des sozialen Empfindens des Judentums in diesem Zusammenhang auch darauf hinweisen, dass man jedem sein Pfand zu einer Zeit zurückgeben muss, in welcher er dasselbe zum Leben braucht, so z. B. Tücher und Betten bei der Nacht, andere Gegenstände bei Tag. Handwerkszeuge durften überhaupt nicht gepfändet werden; denn ״damit würdest du ja das Leben pfänden“, das ohne seine Handwerkszeuge, die Mittel seiner Ernährung, weiter zu führen dem Armen unmöglich wäre. Diese Bestimmung der Thora ist ja auch eine Bestimmung des deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs geworden. Über die Wertschätzung der Arbeit ist noch Folgendes zu sagen. Der hebräische Sprachgeist spricht in seinen Benennungen für die Arbeit ein laut vernehmliches, die Anschauung des Judentums ehrendes Zeugnis aus. Aber auch die Praxis des Lehens legt nach derselben Richtung Zeugnis ab. Die talmudischen Lehrer, die den Rang eines Hochschulprofessors einnehmen, verschmähten es, aus ihrem Lehramt Nutzen zu ziehen, und betrieben neben ihrem Lehramt noch ein besonderes Handwerk als bürgerlichen Beruf. Von dieser Verbindung von geistiger und körperlicher Tätigkeit prägt die Mischnah im Namen eines der Patriarchen das schöne und so wahre Wort: ״Schön ist die Verbindung von Thora (Wissenschaft) mit weltlicher Beschäftigung, (mit Arbeit). Denn die Beschäftigung mit den beiden macht die Sünde vergessen. Ein (einseitiges) Thorastudium aber ohne weltliche Beschäftigung wird hinfällig und zieht Sünde nach sieb.“ Hillel war ein Wasserträger, Rabbi Jochanan ein Schuster, Rabbi Hai ein Böttcher. Als Katheder bei seinen Lehrvorträgen benützte der letztere ein von ihm selbst verfertigtes Fass, und darauf hinweisend spricht er das Wort: ״Etwas Grosses ist es um die Arbeit; sie bringt ihren Mann zu Ehren.“ Rabbi Josua war ein Nagelschmied. Jahrbuch der J. L, G. XVI. S

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