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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 140

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 140)
Language
German
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162 beruht auf der sozialen Einrichtung des allwöchentlich wiederkehrenden Sabbats bei den Juden in der Thora. Es ist nun ja bekannt, dass der Sabbat in der Bibel zweimal geboten wird und dass er in den beiden Fassungen des Dekalogs zwei verschiedene Bedeutungen aulweist und zwei verschiedene Begründungen erfährt. Die eine Bedeutung ist die religiöse, die mit der Schöpfung der Welt zusammenbängt und die in der ersten Fassung der zehn Gebote im II. Buch Moses zum Ausdruck kommt. Die zweite Bedeutung kommt in der Fassung des V. Buches Moses vor, wo das Gebot des Sabbats verknüpft ist mit dem Auszug aus Ägypten und wo es in eminent sozialem Geist folgendermassen heisst: ״Und der siebente Tag ist ein Buhetag dem Ewigen, deinem Gott. Da sollst du keinerlei Arbeit verrichten weder du noch dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht und deine Magd,־ dein Ochs und dein Esel und all dein Vieh und der Fremdling, der sich, in deinen Toren aufhält, auf dass ruhe dein Knecht und deine Magd so wie du. Und du sollst gedenken, dass du ein Sklave gewesen bist im Lande Ägypten und dass der Ewige, dein Gott, dich herausgeführt hat von dort mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm; darum hat dir der Ewige, dein Gott, befohlen, zu halten den Sabbattag.“ Auch Knecht und Magd, auch Sklave und Sklavin sollen am Sabbat feiern, sich von der Erdenknechtschaft erholen, sollen sich als freie, unabhängige Persönlichkeiten fühlen und Zeit und Gelegenheit haben, ihrem geistigen Menschen, ihrem Seelenheil zu leben. Sie sollen gleich stehen an diesem Tage dem Herren und der Herrin. Hätte das Judentum der Welt keinen weiteren Dienst geleistet, als den, dass es ihr die Sabbat- und damit die Sonntags- Rahe als sozialen Grundsatz vermittelt hat, so hätte es sich auch schon dadurch allein einen Rang in der Geschichte der um die Kaltar der Menschheit verdienten Völker gesichert. Und wenn wir mit voller Aufmerksamkeit das Sabbat Gebot lesen, dann muss uns johne weiteres auffallen, dass dasselbe unzweideutig so gefasst ist, dass die Ruhe des Israeliten am Sabbat kein Selbstzweck für ihn ist, sondern ein Mittel zu dem Zweck, um die Ruhe des Gesindes, der dienenden, der arbeitenden Faktoren des Hauses zu sichern ״damit ruhe dein Knecht und deine Magd, so wie du.“ Und um diesem Gedanken besonderen Nachdruck

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